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17.06.1999 - Materialforschung

Bleifreier Stahl entwickelt - die grüne Alternative





Eine bleifreie Alternative zu "12L14", einer weltweit genutzten Stahl-Variante, lassen sich US-Wissenschaftler derzeit patentieren. Der "grüne" Stahl ist nicht nur umwelt- und gesundheitsfreundlicher, er soll sich auch maschinell besser verarbeiten lassen und Herstellungskosten sparen. Ein internationales Konsortium von Stahlproduzenten und -verarbeitern unterstützte das Forschungsprojekt der University of Pittsburgh - darunter neben US- und kanadischen Firmen auch die Völklinger Saarstahl AG. Hervorgegangen ist der neuartige Stahl aus der Forschungsarbeit von Anthony J. DeArdo und C. Isaac Garcia, Professoren für Materialwissenschaften und Ingenieurswesen in Pittsburgh. Seit Umweltorganisationen und Regierungen erstmals nach niedrigerem Bleigehalt im Stahl verlangten, sucht die Wissenschaft nach Alternativen. Während andere Forscher mit verschiedenen Stahl-Legierungen experimentierten , wählten DeArdo und Garcia den mikroskopischen Ansatz: "Wir fragten: 'Was bewirkt das Blei auf der atomarer Ebene, um den Stahl besser beartbeitbar zu machen?'", so DeArdo. Nach Untersuchungen der Ferritkorn-Grenzen mit dem Feldionenmikroskop wählten sie Zinn als passendsten Ersatz für das Blei. Die exakte Menge Zinn im Stahl macht das Material weder zu spröde noch zu hart für die Maschinen - und spart im Vergleich zum Blei noch Kosten. Hauptnutzer von "12L14" ist derzeit die Automobilteile-Industrie. Der Markt umfaßt jährlich zwischen zwei und drei Millionen Tonnen, bei rund 500 US-$ pro Tonne könnte der potentielle Weltmarkt für die bleifreie Alternative bei über einer Milliarde US-$ liegen. Autohersteller aus den USA und Deutschland sollen bereits ihr Interesse an bleifreiem Stahl signalisiert haben.

Dörte Saße, ScienceDaily

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