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08.08.2003 - Paläontologie

Forscher: Fossile "Nanobakterien" sind nichts weiter als verdaute Proteine

Neue Studie bezweifelt die Existenz ultrakleiner Lebensformen

Winzige Fossilien mit Durchmessern von nur wenigen hundert Nanometern sind möglicherweise nicht wie bisher angenommen versteinerte Bakterien, sondern schlichtweg verdaute Materie. Zu diesem Schluss kommen zwei amerikanische Forscher nach einer Studie des Zerfalls von Proteinen. Über ihre Ergebnisse berichten sie im Fachmagazin Geology.

Der Fund der "Nanofossilien" hatte in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts intensive Diskussionen über die Existenz derartig kleiner Lebensformen ausgelöst. Um die Möglichkeiten der Fossilisation näher zu untersuchen, hatte der Forscher Jürgen Schieber von der Indiana Universität in Bloomington zusammen mit seinem Kollegen Howard Arnott von der Universität von Texas in Arlington zunächst eine Reihe organischer Stoffe in Schlamm vergraben. Dieser wurde dann auf den Grund eines Wassertanks geschüttet und mit Ton abgedeckt. Die Forscher untersuchten innerhalb der nächsten Tage den Zerfall der Proteine der organischen Materie.

Die Proteine fallen demnach während des Zerfallsprozesses in kleine, nur wenige Dutzend Nanometer Durchmesser aufweisende Bälle und Stränge zusammen. Ursache dessen sind wohl Enzyme, die unter Spannung stehende Proteine des Zellgerüsts kappen, so dass diese zu einem kleinen Knäuel kollabieren. Diese Überreste könnten dann auf relativ einfache Weise versteinern, so die Forscher.

Schieber und Arnott vermuten, dass die vor einigen Jahren in uraltem Gestein entdeckten Abdrücke von "Nanobakterien" in Wahrheit Versteinerungen derartiger Zerfallsprodukte darstellen. Es handele sich daher nicht um Fossilien ultrakleiner Lebensformen, sondern vielmehr um die Reste größerer, zerfallener biologischer Strukturen. Ungeklärt ist allerdings noch, wieso derartige Abdrücke auch in einem Marsmeteoriten gefunden worden ist.


Stefan Maier Fossilien

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