14.11.2003 - Paläontologie
Kochrezept für Mikrofossilien
Forscher produzieren winzige Kristalle, die ältesten Lebensspuren ähneln
Bei der Analyse Milliarden Jahre alter Mikrofossilien müssen Paläontologen in Zukunft genauer hinschauen. Wie spanische und australische Forscher im Journal Science (Bd. 302, S. 1134 u. 1194) berichten, lassen sich winzige stäbchenförmige Strukturen mit einem organischen Überzug, wie sie sich etwa in 3,5 Milliarden Jahre alten Gesteinen aus Australien finden, auch auf anorganischem Weg herstellen.
Das wiesen Juan Garcia-Ruiz von der spanischen Universität von Granada und seine Kollegen mit Laborexperimenten nach. Sie erzeugten winzige, röhrenförmige Kristalle, indem sie Kieselsäure, Karbonat und Barium in einer Flüssigkeit mit hohem pH-Wert bei Raumtemperatur mit einfachen organischen Verbindungen vermischten. Als Ergebnis erhielten sie röhrenförmige Bariumkarbonat-Kristalle, die mit Kieselsäure eingehüllt waren.
Die Kristalle sehen echten Mikrofossilien ähnlich genug, um mit ihnen verwechselt zu werden. In einem zweiten Experiment erzeugten sie eine Hülle aus Kerogen um die Röhrchen, indem sie ihre Zutaten in Formaldehyd und Phenol erhitzten. Ähnliches könne auch auf der Ur-Erde passiert sein, schreiben die Forscher.
Ihre Experimente betreffen vor allem umstrittene Mikrofossilien aus Australien: Die 3,5 Milliarde alten Warrawoona-Mikrofossilien könnten die ältesten Lebensspuren auf der Erde sein. Sie könnten sich aber auch ohne die Anwesenheit von Leben auf anorganischem Wege gebildet haben, argumentieren Garcia-Ruiz und seine Kollegen, da Kieselsäure, Karbonat und Barium in den umliegenden Gesteinen reichlich vorhanden sind.
Ute Kehse Mikrofossilien
Die Kristalle sehen echten Mikrofossilien ähnlich genug, um mit ihnen verwechselt zu werden. In einem zweiten Experiment erzeugten sie eine Hülle aus Kerogen um die Röhrchen, indem sie ihre Zutaten in Formaldehyd und Phenol erhitzten. Ähnliches könne auch auf der Ur-Erde passiert sein, schreiben die Forscher.
Ihre Experimente betreffen vor allem umstrittene Mikrofossilien aus Australien: Die 3,5 Milliarde alten Warrawoona-Mikrofossilien könnten die ältesten Lebensspuren auf der Erde sein. Sie könnten sich aber auch ohne die Anwesenheit von Leben auf anorganischem Wege gebildet haben, argumentieren Garcia-Ruiz und seine Kollegen, da Kieselsäure, Karbonat und Barium in den umliegenden Gesteinen reichlich vorhanden sind.
Ute Kehse Mikrofossilien