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26.04.2005 - Medizin

Krebstherapie mit Haken und Ösen

Nanoteilchen machen auch Tumoren sichtbar, die für andere Verfahren zu klein sind

Amerikanische Mediziner haben spezielle Nanopartikel konstruiert, mit deren Hilfe bereits kleinste Krebstumoren aufgespürt werden können. Die winzigen Teilchen können zudem mit Medikamenten beladen werden und damit Wirkstoffe weitaus effektiver zum Tumorherd bringen als bei einer herkömmlichen Chemotherapie.

Schnell wachsende Tumoren verursachen das Wachstum neuer Blutgefäße, so dass die Versorgung der Wucherungen gesichert ist. Auf der Oberfläche der Zellen, die diese neuen Blutgefäße bilden, befinden sich spezielle Schlaufen. Die Mediziner statteten ihre Nanopartikel daher mit winzigen Häkchen aus, die sich an diese Ösen binden. Sie heften sich so an den Tumor und verraten dessen Position.

Die kugeligen Teilchen tragen rund 100.000 Moleküle eines Metalls. Dadurch werden selbst kleinste bösartige Gewebeveränderungen mithilfe der Magnetresonanztomographie deutlich sichtbar, die mit diesem bildgebenden Verfahren sonst nicht vom umliegenden Gewebe zu unterscheiden wären. Bei Mäusen haben die Forscher die Methode bereits erfolgreich getestet: Bereits 30 Minuten nach einer Injektion der Nanoteilchen waren Hautkrebstumoren bei den Nagern leicht zu erkennen. Tests an menschlichen Patienten planen die Mediziner in den kommenden Jahren.

Die Nanoteilchen sind darüber hinaus extrem anpassungsfähig. So ist es zudem ebenso möglich, Partikel zu erzeugen, die bei einer Computertomographie oder einer Ultraschalluntersuchung leicht detektiert werden können. Außerdem können sie auch mit Wirkstoffen beladen werden. Über den Haken-Ösen-Mechanismus könnten die Medikamente gezielt zum Krebsherd gelangen, so dass nicht mehr der komplette Organismus mit den Mitteln belastet würde, wie es bei einer Chemotherapie der Fall ist, erklären die Forscher.

Gregory Lanza et al.: Mitteilung der Washington-Universität, St. Louis

ddp/wissenschaft.de – Cornelia Dick-Pfaff Krebs

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