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04.11.2005 - Astronomie

Das Glitzern der ersten Sterne

Spitzer-Teleskop fängt Signal aus der Morgendämmerung des Universums auf

Die ersten Sterne sind zwar schon seit mehr als 13 Milliarden Jahren verloschen, doch die Energie, die sie abstrahlten, ist noch heute sichtbar. Einem Forscherteam vom Goddard Space Flight Center gelang es mithilfe des Weltraumteleskops Spitzer, ein schwaches Hintergrund-Funkeln aufzunehmen, das ihrer Meinung nach von den allerersten Sonnen stammt und 100 Millionen Jahre nach dem Urknall entstand.

Die ersten Sterne, die so genannte Population III, bestanden ausschließlich aus den leichtesten Elementen Wasserstoff und Helium, die sich beim Urknall gebildet hatten. Vermutlich waren sie bis zu hundert Mal schwerer als die Sonne und verglühten innerhalb weniger Millionen Jahre.

Die ältesten Sterne und Galaxien, die für heutige Teleskope sichtbar sind, entstanden etwa eine Milliarde Jahre nach dem Urknall und haben eine Rotverschiebung zwischen fünf und sieben. Sie enthalten bereits schwerere Elemente wie Kohlenstoff und Sauerstoff, die beim Tod der ersten Sternengeneration produziert wurden.

Dass diese Schwergewichte Fluktuationen in der infraroten Hintergrundstrahlung des Universums verursachten, vermuten Astronomen schon länger. Allerdings strahlen auch alle anderen Himmelskörper, selbst der Staub im Sonnensystem, infrarotes Licht ab, von dem sich die uralte Hintergrundstrahlung bislang nicht trennen ließ.

Die Nasa-Forscher um Alexander Kashlinsky berichten jetzt aber in der Zeitschrift Nature, dass ihnen dieses Kunststück gelungen ist. Durch verschiedene Tests weisen sie nach, dass sich die Strahlung von Sonnensystem, Milchstraße und benachbarten Galaxien im nahen Infrarot in den Spitzer-Messungen identifizieren lässt. Was übrig bleibt, sei die Strahlung der ersten Sterne mit einer Rotverschiebung von 20. Diese Hintergrundstrahlung weist gewisse Fluktuationen auf. Die Forscher halten sich mit der Interpretation des Signals zurück. Sie stellen lediglich fest, dass nur dann Fluktuationen auftreten können, wenn die ersten Sterne innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums aufleuchteten.

Alexander Kashlinsky (Goddard Space Flight Center, Greenbelt): Tracing the first stars with flutcuations of the cosmic infrared background
Nature 438, S. 45

Richard Ellis (California Institute of Technology): "The infrared dawn of starlight"
Nature 438, S. 39

Ute Kehse

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