11.11.2005 - Astronomie
Reiselustiger Riesenstern
Flotte Sonne gelangte in die Außenbezirke der Milchstraße – aber wie?
Mit einer Geschwindigkeit von 723 Kilometern pro Sekunde – das entspricht atemberaubenden 2,6 Millionen Kilometern pro Stunde – bewegt sich der Stern HE0437-5439 durch die fernen Randgebiete der Milchstraße. Im Halo der Galaxie kreisen ansonsten uralte Sterne gemächlich um den Milchstraßenkern, doch HE0437-5439 ist ein junger, massereicher Stern. Nun fragen sich Astronomen um Ralf Napiwotzki von der britischen University of Hertfordshire und Uli Heber von der Dr. Remeis-Sternwarte in Bamberg, wodurch die Turbo-Sonne so stark beschleunigt wurde.
Sterne wie HE0437-5439 sind in der Regel in der Nähe des Milchstraßenzentrums zu finden. Theorien zufolge kann das superschwere Schwarze Loch, das sich im Zentrum der Milchstraße befindet, Sterne auf extreme Geschwindigkeiten beschleunigen, wenn sie ihm zu nahe kommen.
Für HE0437-5439 kommt dieser Mechanismus allerdings nicht in Frage: Innerhalb seiner relativ kurzen bisherigen Lebenszeit kann die rasende Sonne, die die Forscher mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile entdeckt haben, die gewaltige Entfernung bis in den galaktischen Halo kaum zurückgelegt haben.
Wie die Forscher in einem demnächst in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters erscheinden Artikel berichten werden, kommt aber ein anderes Schwarzes Loch als treibende Kraft in Frage: HE0437-5439 liegt 158.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Doradus ("Schwertfisch"), in der Nähe der Großen Magellanschen Wolke. Nach Ansicht der Forscher könnte die Existenz von HE0437-5439 ein Hinweis darauf sein, dass sich auch im Zentrum dieser Galaxie ein stattliches Schwarzes Loch befindet.
Eine andere Möglichkeit: HE0437-5439 könnte durch die Verschmelzung zweier Sterne entstanden sein und zu einer ungewöhnlichen Sternenklassen, den so genannten "blauen Nachzüglern" (blue stragglers) gehören. In diesem Fall könnte er wesentlich älter sein als gleichgroße Standardsterne.
Ute Kehse
Für HE0437-5439 kommt dieser Mechanismus allerdings nicht in Frage: Innerhalb seiner relativ kurzen bisherigen Lebenszeit kann die rasende Sonne, die die Forscher mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile entdeckt haben, die gewaltige Entfernung bis in den galaktischen Halo kaum zurückgelegt haben.
Wie die Forscher in einem demnächst in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters erscheinden Artikel berichten werden, kommt aber ein anderes Schwarzes Loch als treibende Kraft in Frage: HE0437-5439 liegt 158.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Doradus ("Schwertfisch"), in der Nähe der Großen Magellanschen Wolke. Nach Ansicht der Forscher könnte die Existenz von HE0437-5439 ein Hinweis darauf sein, dass sich auch im Zentrum dieser Galaxie ein stattliches Schwarzes Loch befindet.
Eine andere Möglichkeit: HE0437-5439 könnte durch die Verschmelzung zweier Sterne entstanden sein und zu einer ungewöhnlichen Sternenklassen, den so genannten "blauen Nachzüglern" (blue stragglers) gehören. In diesem Fall könnte er wesentlich älter sein als gleichgroße Standardsterne.
Ute Kehse