29.03.2007 - Paläontologie
Säugetiere sind Spätzünder
Forscher: Die Verbreitung der heute lebenden Säuger ist nicht direkt auf das Aussterben der Dinosaurier zurückzuführen
Die heute lebenden Säugetiere haben sich erst 10 bis 15 Millionen Jahre nach dem Aussterben der Dinosaurier auf der Erde verbreitet, hat ein internationales Forscherteam beim Zusammenfassen der Daten von 2.500 evolutionsgeschichtlichen Stammbäumen herausgefunden. Olaf Bininda-Emonds von der Technischen Universität in München und seine Kollegen widerlegen damit eine verbreitete Annahme, wonach sich die höheren Säugetiere als unmittelbare Folge des Massensterbens der Dinosaurier verbreiten und neue Arten bilden konnten.
Die in Afrika und Westasien lebenden Klippschliefer sind die am nächsten mit den Elefanten verwandten heute lebenden Tiere. Ihre gemeinsamen Vorfahren lebten vor 83 Millionen Jahren, bevor die Dinosaurier ausgestorben sind. Foto: Richard Grenyer
Vorfahren der heutigen Säugetiere lebten bereits in der Kreidezeit und waren damit Zeitgenossen der Dinosaurier. Wahrscheinlich machten ihnen die Echsen den Lebensraum streitig, und sie konnten sich erst nach deren Aussterben ausbreiten. Direkt nach dem Massensterben der Dinosaurier, das einer Hypothese zufolge auf einen Meteoriteneinschlag zurückzuführen ist, vermehrten sich zwar einige Säugetierfamilien. Diese sind aber heute entweder ausgestorben wie etwa Andrewsarchus, ein fleischfressendes Urhuftier, oder ihre Artenvielfalt ist heute im Vergleich zu damals eingeschränkt, wie beispielsweise bei den Faul- oder Gürteltieren.
Olaf Bininda-Emonds (Technische Universität München) et al.: Nature, Bd. 446, S. 507
ddp/wissenschaft.de – Fabio Bergamin