03.05.2007 - Hirnforschung
Warum finanzielle Verluste schmerzen
Geld zu verlieren löst im Gehirn die gleiche Reaktion aus wie Schmerzen
Der Verlust von Geld löst im Gehirn Reaktionen aus, wie sie auch bei Angst und körperlichen Schmerzen auftreten. Das haben britische Forscher herausgefunden, als sie Freiwillige mit einem Glücksspiel beschäftigten und dabei die Gehirnaktivität der Probanden beobachteten.
Das Gehirn regaiert bei Verlust von Geld auf ähnliche Weise wie bei der Wahrnehmung von Schmerz und Leid. Foto: Wikipedia
Das Gehirn lernt auf Basis von bisherigen Erfahrungen, Gewinnchancen einzuschätzen und das Verhalten entsprechend zu regeln, so die Wissenschaftler. Dabei reagiere das Gehirn bei einem drohenden finanziellen Verlust anders als bei einem möglichen Gewinn. Seymour und seine Kollegen fanden heraus, dass sich der Verlust von Geld auf ähnliche Weise auf das Gehirn auswirkt wie die Wahrnehmung von Schmerz und Leid. Das Gehirn kann demnach drohenden Schmerz vorhersagen und das Verhalten entsprechend steuern, um den Schmerz auf diese Weise zu verhindern, glauben die Wissenschaftler.
"Genauso wenig wie jemand Geld verlieren möchte, will niemand Schmerz und Leid erfahren. Deshalb macht es auch Sinn, den Mechanismus zur Abwehr dieser Erfahrungen miteinander zu verbinden", erklärt Seymour. Die Ergebnisse der Studie können helfen, die Ursachen für Spielsucht besser zu verstehen, hoffen die Forscher.
Ben Seymour (University College, London) et al.: Journal of Neuroscience, Bd. 27, 3. Mai 2007
ddp/wissenschaft.de – Claudia Hilbert