31.10.2007 - Gesundheit
Mit Kohlendioxid gegen Heuschnupfen
Studie: Das Gas lindert die akuten Symptome einer Pollenallergie
Eine ungewöhnliche neue Behandlungsmethode könnte in Kürze Erleichterung für Millionen von Heuschnupfengeplagten bringen, und das praktisch ohne Nebenwirkungen: Allein die einmalige Gabe von Kohlendioxid in jedes Nasenloch lindert die Beschwerden der Betroffenen deutlich, konnten amerikanische Forscher jetzt zeigen. Kohlendioxid könnte damit als sicheres und schnell wirksames Medikament gegen die akuten Beschwerden bei einer Pollenallergie eingesetzt werden.
Kohlendioxid lindert die Beschwerden, die Pollenkörner bei Allergikern auslösen können. Bild: Dartmouth Electron Microscope Facility, wikipedia.de
Patienten, die mit Kohlendioxid behandelt wurden, berichteten bereits zehn Minuten nach der Gasspülung über eine deutlich freiere Nase und weniger Niesen als die Placebo-Gruppe. Diese Verbesserungen hielten über die nächsten 24 Stunden an. Außerdem berichtete die Kohlendioxid-Gruppe über etwas weniger juckende und tränende Augen als die Vergleichsgruppe, wobei diese Unterschiede jedoch statistisch nicht signifikant waren. Insgesamt verbesserten sich die Heuschnupfensymptome bei zumindest der Hälfte aller Patienten, die mit Kohlendioxid behandelt worden waren, nach 30 Minuten um 50 Prozent. In der Placebo-Gruppe gab dagegen nur ein Viertel an, dass die Beschwerden nur noch halb so stark seien wie vorher.
"Die Ergebnisse zeigen, dass Kohlendioxid eine vielversprechende, zugleich sichere und effektive Behandlungsmethode bei Heuschnupfen sein könnte“, sagt Casale. Außer einem leichten Brennen und Stechen beim Einblasen spürten die Patienten keine Nebenwirkungen. Die Behandlung könnte daher eine gute Alternative zu cortisonhaltigen Medikamenten darstellen, die manche Patienten ungern nehmen oder auf Dauer schlecht vertragen. Die nasale Gabe von Kohlendioxid hat sich auch schon bei Migräne als erfolgreich erwiesen. Diese wird durch ähnliche Mechanismen ausgelöst wie die Symptome von Heuschnupfen. Wie genau diese Effekt zustande kommen, können die Forscher noch nicht sagen. Sie vermuten jedoch, dass das Gas den für Empfindungen an den Schleimhäuten zuständigen Trigeminusnerv beruhigen und die Produktion von Substanzen hemmen könnte, die die Blutgefäße in der Nase beeinflussen.
Thomas Casale (Creighton-Universität) et al.: Journal of Allergy and Clinical Immunology, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1016/j.jaci.2007.08.056
ddp/wissenschaft.de – Christine Amrhein