03.06.2009 - Medizin
Was das Ohrenschmalz mit dem Brustkrebsrisiko zu tun hat
Feuchte Beschaffenheit des Sekrets geht mit höherer Wahrscheinlichkeit für die Krankheit einher
Wer als Frau unter übelriechendem Achselschweiß leidet und zudem feuchtes Ohrenschmalz besitzt, hat ein höheres Risiko für Brustkrebs. Hinter diesem auf den ersten Blick skurril anmutenden Zusammenhang steckt ein einzelnes Gen namens ABCC11, haben japanische Forscher entdeckt: Es gilt als Risikofaktor für Brustkrebs und steuert zudem die Aktivität der Drüsen, die Ohrenschmalz und Achselschweiß produzieren. Ein unangenehmer Körpergeruch, speziell wenn er mit feuchtem Ohrensekret gekoppelt ist, kann Ärzte also ohne aufwendige Tests auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufmerksam machen, was vor allem in Entwicklungsländern mit schlechter medizinischer Versorgung hilfreich sei, schreibt das Team um Yu Toyoda vom Tokyo Insitute of Technology in Yokohama.
Was Ohrenschmalz feucht macht, beeinflusst auch Schweißdrüsen und das Brustkrebsrisiko. Bild: Gregory F. Maxwell (GNU-Lizenz)
Ähnlich wie ABCC11 die Ohrenschmalzbeschaffenheit prägt, kann das Gen auch andere Drüsen und deren Sekrete beeinflussen, darunter vor allem die Schweißdrüsen der Achselhöhle und die Brustdrüsen. Aufmerksam werden sollte also der- beziehungsweise diejenige, bei der zum feuchten Ohrenschmalz noch ein starker Körpergeruch kommt: Diese Kombination scheint nach den aktuellen Daten auch mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko einherzugehen. Die Wissenschaftler haben im Zuge ihrer Studie daher einen neuen günstigen Gentest entwickelt, mit dem sich innerhalb einer halben Stunde zeigen lässt, welche ABCC11-Variante im Erbgut befindet.
Yu Toyoda (Tokyo Institute of Technology, Yokohama) et al.:The FASEB Journal, Bd. 23, S. 2001
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel