09.03.2010 - Physik
Energiewelle reißt Elektronen mit sich
Forscher entdecken in Nanoröhren bisher unbekannten Effekt zur Entstehung von elektrischem Strom
Physiker aus den USA haben ein bisher unbekanntes Phänomen entdeckt, bei dem sich eine Energiewelle mit hoher Geschwindigkeit in einem Material ausbreitet und dabei einen elektrischen Strom erzeugt. Der Effekt trat bei der Untersuchung sogenannter Nanoröhren auf – aus Kohlenstoffatomen zusammengesetzte, nur Millionstel Millimeter dicke Röhren – und könnte sowohl in winzigen elektronischen Bauteilen als auch zur Energieversorgung größerer Systeme genutzt werden.
Kohlenstoffnanoröhren haben sich als vielseitig nutzbare, elementare Bausteine erwiesen. Grafik: Schwarzm, wikipedia.de, GNU-Lizenz
"Wir waren überrascht von der Größe der elektrischen Spannungsspitzen, die so erreicht werden konnten", erklärt Michael Strano, einer der beteiligten Forscher. Im Verhältnis zur Masse des eingesetzten Materials könnte mit einem solchen System etwa hundertmal mehr Energie freigesetzt werden als mit einem herkömmlichen Lithium-Ionen-Akku.
Der Effekt könnte daher eingesetzt werden, um elektrische Systeme mit Energie zu versorgen, erklären die Wissenschaftler. Denkbar wäre beispielsweise ein Einsatz in winzigen Sensoren, die in den Körper eingebracht und durch die Wärme des Körpers aktiviert werden. Daher wollen die Wissenschaftler den Effekt näher untersuchen und dabei andere Materialien für die Beschichtung erproben.
Wonjoon Choi (Massachusetts Institute of Technology, Cambridge) et al.: Nature Materials, doi 10.1038/nmat2714
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald