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3: Schaden herbizidresistente

3: Schaden herbizidresistente pflanzen der umwelt?

Herbizidresistenz und Umweltschutz – das ist eigentlich ein Paradoxon. Denn das Prinzip besteht nicht darin, Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) überflüssig zu machen. Die Pflanzengifte sollen vielmehr effektiv sein, weil sie den Nutzpflanzen nicht schaden und darum in der für die Unkräuter tödlichen Dosierung eingesetzt werden können.

An die 90 Prozent aller gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit tragen Monsanto-Technologie. Der Name des Konzerns aus St. Louis, USA, ist nahezu ein Synonym für Grüne Gentechnik. Unter dem Namen RoundupReady offeriert er weltweit transgene Sojabohnen, Mais und Baumwollpflanzen, die den Wirkstoff Glyphosat (Markenname Roundup) bei Nutzpflanzen quasi ins Leere laufen lassen. 90 Prozent aller Sojabohnen in den USA und Kanada sowie 98 Prozent in Argentinien waren 2006 solche herbizidtoleranten Pflanzen.

BayerCropScience ist unter dem Markennamen LibertyLink mit Pflanzen am Markt, die gegen das Breitbandherbizid Glufosinat resistent sind. In Kanada und den USA dominiert der Leverkusener Konzern damit die Herbizidtoleranz bei Raps. In Deutschland ist bislang keine herbizidresistente Pflanze zugelassen.

Doch wie sieht die Umweltbilanz im Detail aus? Paradox oder nicht: Die genveränderten Agrarpflanzen haben den Einsatz von Herbiziden tatsächlich um bis zu 40 Prozent sinken lassen. „Der Landwirt spart damit eine von bislang mindestens zwei Spritzungen“ , erklärt Bernward Märländer, Direktor des Instituts für Zuckerrübenforschung an der Universität Göttingen. Bei konventionellen Pflanzen kann er nämlich Totalherbizide nur einsetzen, solange sein Saatgut noch im Boden ist – andernfalls würde er ihm gleich mit den Garaus machen. Ist es gekeimt, muss er auf andere Herbizide zurückgreifen. Bei den herbizidresistenten Pflanzen kann er mit dem ersten Spritztermin warten, bis das Saatgut längst gekeimt ist.

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Vor allem in den großflächigen Monokulturen in Nord- und Südamerika scheint Herbizidresistenz manchen Farmer obendrein bewogen zu haben, ein wenig mehr Wildwuchs zu erlauben. „ No-Tillage“ oder „Konservierende Bodenbearbeitung“ nennt sich die neue Wirtschaftsweise: Dabei verzichten Landwirte auf den Pflug, und lassen Stängel sowie Pflanzenreste nach der Ernte auf dem Acker zurück. Die schützende Deckschicht verringert Erosion, hilft, mehr organische Substanz im Boden zu binden und ist ein Gewinn für Tier- und Pflanzenarten.

Der Haken: Landwirte müssen mit mehr Unkraut und mit einer größeren Pilzbelastung der Früchte rechnen. Einige Umfragen aus den USA deuten an, dass die Farmer eher auf konservierende Bodenbearbeitung umschwenken, wenn sie herbizidresistente Pflanzen anbauen. „Das System bietet die Sicherheit, notfalls Unkraut immer noch effizient bekämpfen zu können“, meint Märländer. Für Europa ist es dennoch keine Patentlösung. Denn bei regelmäßiger Fruchtfolge, die hierzulande üblicher ist als in Amerika, stößt Herbizidtoleranz rasch an eine Grenze: Wenn zum Beispiel glyphosatresistente Rapspflanzen als Reste der Vorfrucht im Folgejahr dort auskeimen, wo turnusmäßig etwas anderes angebaut wird, dann ist ihre Bekämpfung nur mit anderen Herbiziden möglich.

Schon zeigen sich auf manchen Farmen in den USA auch Unkräuter mit Resistenzen gegen Glyphosat – etwa das Kanadische Berufkraut (Conyza canadensis). Monsanto entwickelt daher Nutzpflanzen, die gegen ein zweites Herbizid, Dicamba, resistent sind.

Gerade ihre Effizienz bei der Bekämpfung von Unkraut verhagelte der Herbizidresistenz bei Feldtests mehrfach eine andere Ökobilanz: Die Biodiversität auf dem Acker nimmt drastisch ab. Nach einer Studie im Auftrag der britischen Regierung verringern sich, verglichen mit konventionellem Anbau, in Feldern mit herbizidtolerantem Raps Zahl und Artenreichtum von Unkräutern und Insekten um mindestens 30 Prozent.

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