Aids: Russland ist das neue Afrika - wissenschaft.de
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Aids: Russland ist das neue Afrika

Seit dem Ausbruch der Epidemie Anfang der 1980er-Jahre ist Aids auf die Liste der zehn weltweit häufigsten Todesursachen gerückt. Nach Schätzungen von UNAIDS, dem Programm der Vereinten Nationen zu HIV/Aids, starben 2010 etwa 1,8 Millionen Menschen an der Immunschwäche. Damit ist die Zahl der Todesfälle weltweit seit 2004 rückläufig. Gleichzeitig ist die Rate der Neuinfektionen mit HIV gesunken. Der globale Scheitelpunkt der Epidemie scheint überschritten zu sein. Oben die aktuellste Karte zur Verbreitung von HIV, Stand 2009.

Optimistisch stimmt die Trendwende in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Diese Region, in der 68 Prozent aller Infizierten leben, hat zwar noch immer stark mit dem Virus zu kämpfen. Die Behörden melden jedoch einen Rückgang der Neuinfektionen um mehr als 26 Prozent seit 1997. Der Erfolg geht vor allem auf einen verbesserten Zugang zu Medikamenten zurück.

Inzwischen gibt es auch Hinweise darauf, dass eine medikamentöse Therapie gegen Retroviren die Wahrscheinlichkeit einer sexuellen Übertragung um beeindruckende 96 Prozent reduziert. Dieses Ergebnis wurde vom Wissenschaftsmagazin Science als Durchbruch des Jahres 2011 gefeiert.

Eine gefährliche Entwicklung beobachtet UNAIDS hingegen in Russland und der Ukraine. Hier hat sich die Zahl der Infizierten seit 2001 fast verdreifacht. Ursache ist vor allem die gemeinsame Nutzung von Drogenbesteck. Mindestens 37 Prozent der drogenspritzenden Menschen in Russland und der Ukraine tragen das Virus in sich. Zwar nehmen beide Regierungen das Problem ernst. UNAIDS stellt allerdings fest, dass die Ausgaben dieser Länder für die Aids- Bekämpfung gemessen an ihrer Wirtschaftskraft gering ausfallen. Kritisiert wird auch die Stigmatisierung der Risikogruppen (Homosexuelle und Drogensüchtige), die durch repressive Gesetze verstärkt wird. Nicht nur in Russland und der Ukraine registriert UNAIDS eine Zunahme der Aids-Epidemie, sondern auch in verschiedenen Staaten Zentralasiens, insbesondere in Usbekistan. mb

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