Babys Augen lügen nicht - wissenschaft.de
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Allgemein

Babys Augen lügen nicht

Sie haben das Problem der Untersuchung der frühkindlichen psychomentalen Entwicklung sehr verständlich und eingehend dargestellt (und völlig richtig). Das hilft unseren Eltern von Frühgeborenen (sie wissen, warum es wichtig ist) und mir (Ihre Sätze sind schöner). Das Juniheft von bild der wissenschaft liegt schon ziemlich zerfleddert auf der Station.

H.F.R. Prechtl hat mit der Entdeckung der General Movements die entwicklungsneurologische Untersuchung des Säuglings revolutioniert. Es ist fast verwunderlich, wieso er dafür nicht den Nobelpreis bekommen hat. Andere hatten schon vor ihm die Videotechnik in die menschliche Verhaltensforschung eingeführt, zum Beispiel bei der Marte-Meo-Methode. Aber das alles ist Diagnostik. Wir wollen jedoch Entwicklungsstörungen nicht nur feststellen, sondern auch behandeln können.

Dazu habe ich eine Bitte. Frau Dr. Sabine Nantke im Sozialpädiatrischen Zentrum der Klinik Friedrichshain benutzt die Videotechnik, um frühe Eltern-Kind-Interaktions-Störungen zu bessern (videogestütztes Elterntraining). Schreiben Sie einen genauso guten Artikel darüber, als Teil 2. Die Überschrift können Sie schon mal so lassen.

Dr. Hans Bittrich, Erfurt, per E-Mail

Hochpotente Glaubenssache

Leserbriefe Heft 8/2013

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Es ist evident und auch in Studien längst bewiesen, dass der Placebo-Effekt selbstverständlich auch bei Kleinkindern und bei Tieren wirkt. Kognitive Leistungen sind für diesen unspezifischen, implizit und unterschwellig wirkenden Effekt gar nicht nötig. Und Belege für ein Sponsoring des kritischen Buches „ Die Homöopathie-Lüge“ durch die Pharma-Industrie sind zwar schnell hingeschrieben, aber durch nichts belegt.

Stattdessen ist die Kernthese des in bild der wissenschaft zu Recht positiv besprochenen Buches (in der Rubrik „Nachlese“ in Heft 6/2013, Anm.d.Red.) unbestreitbar: Trotz intensiver Forschung ist es auch nach über 200 Jahren nicht gelungen, die außergewöhnlichen Behauptungen der Homöopathie auch nur im Ansatz mit den außergewöhnlichen Belegen zu versehen, die dafür nach wissenschaftlichen Standards nötig wären.

So gehört die Homöopathie raus aus dem Medizinschrank von heute und rein ins Geschichtsbuch: als nette, aber inhaltlich falsche Idee aus einer Zeit, in der medizinische Anwendungen oft mehr kaputt machten als halfen, und in der es nötig war, einfach mal nichts zu tun und dem Körper Zeit zu geben, seine Selbstheilungskräfte wirken zu lassen.

Nichts anderes tut die „Homöopathie“ auch heute noch: Sie bewirkt einfach nichts (wie denn auch, wenn nichts drin ist). Es ist erfrischend, dass endlich erfolgreiche Bücher auf den Markt kommen, die dies offen aussprechen und auf diese Weise helfen, dem vermeintlichen und weit verbreiteten Heil-Zauber ein Ende zu bereiten.

Diejenigen, die positive Erfahrungen gemacht haben, nachdem sie homöopathische oder ähnliche Mittel genommen haben, werden damit keineswegs als unintelligent hingestellt, wie ein Leserbriefschreiber behauptet. Ihre Erfahrungen sind ja real. Nur die Interpretation, dass die erlebte Besserung mit der homöopathischen Behandlung in Zusammenhang zu bringen sei, ist – nach allem, was wir derzeit wissen – falsch. Vielmehr haben sie offenbar ihrem Körper durch Nichtstun die Chance gegeben, ihr gesundheitliches Problem selbst in den Griff zu bekommen.

Dr. Rainer Rosenzweig, per E-Mail

Übt jemand Kritik on Homeopathy, dann ist sicher, dass einige der Befürwörter behaupten, der Kritiker sei von der Pharma-Lobby bezahlt. Die Reaktion kommt immer, unabhängig von den Fakten. Man könnte solche Leute fragen, ob sie ein Auto aufgrund der Arbeit der Auto-Lobby fahren, ob sie nur wegen der Lebensmittel-Lobby essen und so weiter. Nur weil es Lobbys gibt, heißt das nicht, dass diese alle Menschen in ihrem Sinne beeinflussen.

Natürlich hat die Pharma-Industrie eine Interessenvertretung, wie fast alle größeren gesellschaftlichen Gruppen. Den Beweis für Korruption muss aber derjenige führen, der solches behauptet. Umgekehrt beruht der Einfluss der Homöopathie in unserer Gesellschaft zu einem großen Teil darauf, dass die Homöopathie-Lobby auf vielen Ebenen mit zum Teil sehr fragwürdigen Mitteln für ihre Ziele kämpft. Dies ist sehr gut dokumentiert in einem Artikel von Claudia Graneis in der Zeitschrift „Skeptiker“ (Ausgabe 1/2013, S. 4 bis 9, insbesondere im Teilbetrag auf S. 8).

Phillip Helbig, per E-Mail

Uhrenvergleich im alten Ägypten

Heft 7/2013

Mit großem Interesse habe ich den Artikel gelesen. Gestolpert bin ich über einige Aussagen auf der Doppelseite 68/69 zur Evolution von Homo sapiens.

Der Neandertaler kann gar nicht vom Hominidenstammbaum abzweigen, da er selbst ein Hominide ist. Der Schimpansen- und der Menschenstammbaum, besser Hominidenstammbaum, haben sich vor sechs bis sieben Millionen Jahren voneinander getrennt. Auch die Auswanderung des modernen Homo sapiens aus Afrika vor 70 000 Jahren ist nicht gesichert, siehe bdw (Heft 2/2013, „Arabien vor 100 000 Jahren“), wahrscheinlich eher.

Die Feststellung der Genetiker, dass die Trennung von Homo sapiens und Homo neanderthalensis schon vor 500 000 Jahren stattgefunden hat, unterstürzt doch eher die schon länger von Prof. Rothe vertretene These, dass Homo sapiens nicht von Homo heidelbergensis abstammt, nur der Neandertaler. Es liegen ja von Homo heidelbergensis keine genetischen Daten vor. Endgültig sind doch die Abstammungen nicht geklärt. Dafür kann die Genetik nicht herangezogen werden.

Eckhard Fister, per E-Mail

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