BEBENDE ERDE - wissenschaft.de
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Allgemein

BEBENDE ERDE

Die Zahl schwerer Erdbeben hat nach einer US-Studie in den vergangenen Jahrzehnten nicht zugenommen, wie immer wieder behauptet wird. Forscher der University of California in Berkeley und San Diego hatten statistisch untersucht, wie viele Erdbeben ab Stärke 7 sich seit 1900 ereignet hatten. Dabei stellten sie fest, dass die Häufigkeit einer Zufallsverteilung entspricht.

SCHLEIMIGE WAFFE

Schleimaale legen einen ungewöhnlichen Abwehrmechanismus an den Tag, wenn sie von Haien attackiert werden. Forscher um Vincent Zintzen vom Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa haben beobachtet, dass die bis zu 60 Zentimeter langen Fische Unmengen von Schleim absondern, wenn ein Hai sie zwischen seine Kiefer nimmt. Der Raubfisch lässt dann sofort los, weil sich seine Kiemen verstopfen.

NACHGEWIESENES BOSON

Ein neues Teilchen haben Physiker der Forschungseinrichtung CERN bei Genf entdeckt: das subatomare Boson chi_b (3P). Bosonen tragen dazu bei, dass die Materie zusammenhält. Die Existenz von chi_b (3P) hatte man schon lange vermutet, konnte sie aber erst jetzt bei einer Protonenkollision im Teilchenbeschleuniger LHC nachweisen.

GEHEMMTES WACHSTUM

Einen neuen Ansatz bei der Behandlung von Lungenkrebs haben Mediziner am Universitätsklinikum Erlangen entwickelt. Es gelang ihnen, mit Antikörpern den Botenstoff Interleukin-17A zu blockieren, der maßgeblich für das Tumorwachstum verantwortlich ist.

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Wissenschaftslexikon

Wenn man nichts besseres zu tun hat, dann guckt man sich eben YouTube Videos im Internet an. Manchmal lernt man sogar noch was dabei, wie hier bei einer Führung durch den unversitätseigenen Forschungsreaktor des MIT in den USA. Ja, ich weiß der Reaktor der TU München ist viel neuer, toller und besser, aber von dem gibt es kein so cooles Video. Das Video (und der Reaktor) ist dahingehend sehr informativ, weil es hemdsärmelig und ohne viel “öffentliches PR Blabla” einfach die wichtigsten Eigenschaften eines Forschungsreaktor zeigt. Falls ich das gleiche Video mit dem Reaktor in München machen würde, dann würde es an jeder zweiten Ecke heißen “das können wir aus Sicherheitsgründen nicht filmen” oder “das können wir jetzt nicht einfach mal aufmachen. Nur zu Arbeitszwecken”. Diese Einwände haben sicher ihre Daseinsberechtigung, aber umso erfrischender ist es eben so ein schönes ungeschminktes Video im Netz zu finden.

Wenn man sich noch niemals mit Kernreaktoren auseinandergesetzt hat, dann wirken einige Dinge doch arg verwunderlich. Das eine 20jährige Studentin im vierten Semester, die mit der entsprechenden Ausbildung den Reaktor bedienen darf, das in dem Reaktor weniger Strahlung herrscht, als draußen auf der Straße und das das Gerät, was einfach so in die Luft fliegen und die ganze Stadt verstrahlen kann, mit Analoganzeigen und Schiebedrehreglern aus den 60ger Jahren kontrolliert wird. Aber gerade diese Dinge sind es, an denen man aufzeigen kann, worauf es bei einem Reaktor wirklich ankommt.

Also an dieser Stelle würde ich empfehlen erst mal in Ruhe das Video anzugucken, denn der Rest meines Artikels wird daraus bestehen, dass die Dinge, die in dem Video recht beiläufig und normal gezeigt werden etwas genauer erkläre.

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https://www.youtube.com/watch?v=5QcN3KDexcU

0:20 – Beim Betreten des Reaktor gibt es erst mal ein Personendosimeter, dass dann beim ganzen Aufenthalt an der Person getragen werden muss. Der Strahlenschutz des Reaktors hat dafür Sorge zu tragen, dass normale, das heißt nicht Strahlenschutz überwachte Personen, max. 1mSv Strahlung pro Jahr extra abbekommen. In der Regel wird das mit einem einfachen Gamma Dosimeter sichergestellt. Die können zwar nur Gammastrahlung erkennen, aber man erwartet, dass die nach ein paar Stunden im Reaktor immer noch 0µSv anzeigen. Sprich, dass die Besucher eben gar keine Strahlung abbekommen haben. Erst wenn es irgendwas über 10µSv anzeigen würde, dann müsste sich der Strahlenschutz Gedanken machen, weil ja eben auch noch Neutronen (die durch den Detektor nicht erkannt werden) hier in der Gegend herumfliegen. Aber das ist meines Wissens noch in keiner Einrichtung in der ich gearbeitet habe passiert. Die Amis benutzen hier recht alte Personendosimeter, die in Deutschland eigentlich schon alle aussortiert und durch digitale ersetzt worden sind.

0:30 – Sarah ist sowas, wie ich. Mit dem Unterschied, dass sie sich wahrscheinlich auf Reaktorphysik spezialisiert hat, während mein Spezialgebiet – zumindest formal – Festkörperphysik ist. So ein Display, welche Person gerade im Reaktor ist, ist international Standard. In Grenoble gibt es einen Monitor, an dem man immer ablesen kann, wer gerade “eingeloggt” ist und ob man damit rechnen muss, dass einem sein Prof. plötzlich von hinten über die Schulter guckt. In Deutschland ist das aus Datenschutzgründen nicht gestattet. Da darf eine solche List, wer gerade drin ist, nicht öffentlich einsehbar sein.

1:30 – So eine Schleuse ist normal für den inneren Reaktorbereich. Dieser steht normalerweise unter Unterdruck, so dass keine Partikel in der Luft nach draußen entweichen können. In modernen Einrichtungen ist das ganze oft etwas komfortabler, als mit so dicken Panzerschotttüren geregelt. Solange man vermeiden kann, dass im Falle einer Kontamination irgendwas nach draußen kommt, ist es OK, dafür braucht es nicht unbedingt eine U-Boot Schleuse.

2:00 – Der MIT Reaktor ist mit seinen 6MW thermischer Leistung nicht nur der zweitdickste an einer amerikanischen Uni, sondern auch im internationalen Vergleich recht “kräftig”. Thermische Leistung ist aber nicht alles. Es soll ja Neutronen produzieren und je nachdem, welche Brennstäbe benutzt werden und wie sie angeordnet sind kann die Neutronendichte sehr unterschiedlich sein. Der FRMII zum Beispiel hat zwar nur dreimal so viel thermische Leistung (20MW), aber aus den Neutronenrohren dürfte 100 bis 1000 mal so viel rauskommen.

Py|ro|ly|se  〈f. 19〉 Zersetzung chem. Verbindungen durch Einwirkung hoher Temperatur [<grch. pyr ... mehr

pho|bisch  〈Adj.; Psych.〉 in der Art einer Phobie, auf ihr beruhend

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