Betrug, Bücher und die letzte Stunde - wissenschaft.de
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Allgemein

Betrug, Bücher und die letzte Stunde

Betrug in der Wissenschaft kommt erfreulich selten vor. Das hat einmal etwas mit dem hohen Ethos der Wissenschaftler zu tun. Zum zweiten sorgt der wissenschaftliche Wettbewerb in der Regel schnell dafür, daß Schwindler auffliegen. Ist es deshalb müßig, wenn sich die Gesellschaft Gedanken macht, wie man mit fälschenden Forschern umgeht? Reicht es, wenn die Gemeinde der Wissenschaftler ihre schwarzen Schafe brandmarkt?

Mancher Forscher wird beide Fragen mit einem deutlichen “ Ja“ beantworten, um dann zur Tagesordnung überzugehen. Doch wie, wenn die Tagesordnung an sich überholt ist, weil es um die Gepflogenheiten des Publizierens nicht mehr zum besten steht? Den Eindruck, daß hierüber eine öffentliche Diskussion in Deutschland nötig ist, habe ich nach der Lektüre von Prof. Karin Möllings Beitrag (ab Seite 22) mehr denn je. Was dort nachzulesen ist über Pressionen und Usancen der wissenschaftlichen Publizier-Praxis, relativiert die Achtung vor Forschern. Karin Möllings Verdienst ist es, auf solche Defizite mutig aufmerksam zu machen. Daß sie dafür bild der wissenschaft gewählt hat, freut mich besonders, zeigt es doch, daß unsere Zeitschrift auch von Wissenschaftlern als Forum verstanden wird, das sich um deren Zukunftsfähigkeit sorgt.

Selten war das Zimmer unseres Redakteurs Bernd Müller so von Kollegen belagert wie in der Zeit, als er sich die Bücher für seinen Part im diesjährigen Buchjournal kommen ließ. Er hatte sich „Bücher zum Anfassen“ ausgesucht – Experimentierbücher für Jugendliche. Wenn sich beim Aufklappen eine Pyramide auftürmt oder Kontinentalplatten aus Pappe hin- und hergeschoben werden können, animiert das natürlich den Spieltrieb von Redakteuren – und sie vergessen schon mal, daß der Chef vom Dienst ihre Texte wiederholt angemahnt hat. Dabei sind die anderen in unserem 15seitigen Buchjournal vorgestellten Bücher nicht minder interessant (ab Seite 77). Das garantiert Dr. Uta Altmann, Textchefin dieser Zeitschrift und heute nicht weniger als vor Jahren begeistert von guten Büchern. Zum achten Mal hat sie einen Überblick über die spannendsten, aufschlußreichsten, schönsten Bücher zusammengestellt, die über Wissenschaft zu haben sind. Ihnen, liebe Leser, wünsche ich Spaß beim Schmökern: Entscheiden Sie sich bewußt dafür, mal wieder ein Buch zu verschenken.Trotz des rasanten Fortschritts in der elektronischen Informationsvermittlung gilt weiterhin: Bücher sind eine Klasse für sich.

Die Beschäftigung mit dem Tod ist nicht en vogue. Dabei sind die damit verbundenen Fragen alles andere als trivial, um so mehr, als an ein Leben nach dem Tode immer weniger glauben (Bild: „Die Verzückung des heiligen Paul“, Gemälde von Nicolas Poussin). Worauf hoffen Menschen angesichts des Todes? Und: Wann ist ein Mensch wirklich tot? Antworten darauf lesen Sie in unserer Titelgeschichte (ab Seite 52).

Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, heißt auch, sich mit dem Leben zu beschäftigen: Auf 120 Jahre schätzen Experten die biologisch erreichbare Lebenserwartung des Menschen. Was die Medizin noch leisten muß, damit menschliche Individuen tatsächlich so lange leben, erfahren Sie ebenfalls in unserem Schwerpunkt. Übrigens: Jürgen Nakott, der diese Titelgeschichte redaktionell verantwortet, hat das erklärte Ziel, 100 Jahre alt zu werden.

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Wolfgang Hess

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Wissenschaftslexikon

Leis|tungs|schau  〈f. 18; Wirtsch.; Landw.〉 Ausstellung, Vorführung von bestimmten Leistungen od. Produkten

Prä|sens  〈n.; –; unz.; Gramm.〉 Zeitform des Verbs, die ein gegenwärtiges od. zeitlich unbestimmtes Geschehen bezeichnet, z. B. ich gehe; Sy Gegenwart ( ... mehr

Par|ti|kel  〈a. [–ti–]〉 I 〈f. 21; Sprachw.〉 1 nicht flektierbares Wort, z. B. Präposition, Konjunktion, Adverb 2 meist unbetontes, nicht flektierbares Wort, das keine syntaktische Funktion u. keine eigene lexikal. Bedeutung besitzt, Füllwort (Abtönungs~, Grad~, Modal~, Negations~); ... mehr

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