BILLIG ODER BIO: WAS BRAUCHT DIE WELT? - wissenschaft.de
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Allgemein

BILLIG ODER BIO: WAS BRAUCHT DIE WELT?

Mit Interesse habe ich die Beiträge gelesen, die sich mit der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion befassen, das heißt, mit dem Ziel, die über neun Milliarden Menschen, die 2050 auf unserem Globus leben werden, zu ernähren. Obwohl spannend und nützlich – hier (in dieser Branche) findet der gleiche Denkfehler statt, dem zum Beispiel auch die Energie-Branche verfallen ist: Man versucht ein Rennen zu gewinnen, das so nicht zu gewinnen ist!

Das exponentielle Wachstum der Menschheit wird jeden diesbezüglichen Lösungsansatz nach kurzer Zeit überrollen. Weder Windräder noch Klimazertifikate oder Elektroautos können daran etwas ändern. Diese Dinge – so sinnvoll sie sind – werden im Gegenteil dazu beitragen, den Blick auf den einzigen Ausweg weiter zu verstellen und zu tabuisieren: die Stabilisierung der Weltbevölkerung. Es ist für Leute wie Al Gore viel einfacher, mit dem Schreckgespenst Hurrikane um die Welt zu tingeln, statt das wirkliche Problem zu thematisieren. Im Übrigen ist Ihre Zeitschrift nach wie vor große Klasse!

Christoph Graf,

Schneisingen/Schweiz

Die im Großen und Ganzen sachliche Darstellung der beiden landwirtschaftlichen Produktionsverfahren „öko“ oder „ konventionell“ hat einen Schwachpunkt: die Übergewichtung der Frage nach der CO2-Emission und damit nach der Klimawirkung der Verfahren.

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Bei der Diskussion über den Klimaschutz wird, wie woanders auch, überhaupt nicht mehr nach der Prämisse gefragt, sondern einfach unterstellt: Weniger CO2 ist gut für das Klima. Doch diese Prämisse stimmt nach Ansicht vieler Wissenschaftler überhaupt nicht. Sie ist bislang lediglich eine unbewiesene Hypothese, die durch die offen gelegten Manipulationen von Klimadaten noch mehr an Glaubwürdigkeit verloren hat. Außerdem scheint es ja so zu sein, wenn man die Systeme vergleicht, dass die Freisetzung von CO2 weniger systembedingt als von den individuellen Handlungen beeinflusst ist.

Das wirklich entscheidende Kriterium bei der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion muss doch die Versorgung mit gesundem Essen von immer mehr Menschen sein. Dabei hat natürlich die konventionelle Landwirtschaft mit Dünger, modernen Zuchtmethoden und Pflanzenschutz hinsichtlich der Produktionsmenge und des Flächenverbrauchs Vorteile.

Aber für ökologische Verfahren sprechen neben der Befriedung bestimmter Verbraucherwünsche auch, dass hier viel mehr als bei den konventionellen Verfahren Erkenntnisse über biologische Zusammenhänge, Fruchtfolgewirkungen, Nährstoffkreisläufe und Nützling-Schädling-Balancen erhalten und gefördert werden. Damit könnten diese Verfahren gerade in kapitalschwachen Entwicklungsländern punkten.

Georg von Petersdorff, per E-Mail

DIE ENTSCHLÜSSELUNG DES GEHIRNS

Heft 10/2009

Die Hirnforscher können mit modernster Technik noch so tief in fremde Gehirne schauen und noch so schöne ästhetische und vielfarbige Bilder der gesamten Nervenstruktur kreieren. Aber sie können trotzdem nicht erklären, wie das Gehirn „tickt“, wie es denkt, sich erinnert, wie die Speicherung und Wiedergabe der Sinnesreize in diesem Nervenzellengeflecht erfolgt.

Erst wenn die Forschung versucht, auch auf Basis der reinen Anschauung, von „innen“, also mithilfe von Psychologie und Physiologie, eine subjektiv orientierte Kontrolle des Denkvorganges zu erreichen, quasi das eigene Denken selbst zu analysieren und beide Methoden miteinander zu verknüpfen, wird sie zu einigermaßen befriedigenden Erkenntnissen und Ergebnissen gelangen.

Klaus Juner, Herschberg

ZWERG VOR DER EXPLOSION

bdw-Nachrichten, Heft 11/2009

Erlauben Sie mir eine Korrektur zu „Zwerg vor der Explosion“ auf Seite 12. Dort heißt es am Ende: „Ab 1,4 Sonnenmassen kollabiert der Kern Weißer Zwerge nämlich zum Neutronenstern und ihre Hülle explodiert. Solche Supernovae vom Typ Ia sind relativ häufig und für astronomische Entfernungsmessungen von großer Bedeutung.“

Die Aussagen in diesen beiden Sätzen sind nicht ganz korrekt. Tatsächlich stehen dem Materie anziehenden Weißen Zwerg zwei mögliche Schicksale bevor, wenn seine Masse auf rund 1,4 Sonnenmassen gewachsen ist. Besteht er aus Kohlenstoff und Sauerstoff, wird er thermonuklear zünden, das heißt, sein Kohlenstoff und Sauerstoff werden explosiv zu Nickel und Silizium verbrennen. Als Folge wird der Weiße Zwerg in einer sehr hellen Typ-Ia-Supernova-Explosion vollständig zerstört. Besteht er dagegen aus Sauerstoff und Neon, wird sein Kern zum Neutronenstern kollabieren, weil die Energieerzeugung durch das einsetzende nukleare Brennen nicht ausreicht, um dies zu verhindern. Gleichzeitig wird seine „Hülle“ in einer relativ schwachen und nicht sehr leuchtkräftigen Explosion ausgeschleudert (die Energie dazu liefern Neutrinos, nicht nukleares Brennen).

Die Astronomen bezeichnen solche Ereignisse als „ akkretionsinduzierten Kollaps“ (AIC). Im Gegensatz zu den für astronomische Entfernungsmessungen wichtigen Typ-Ia-Supernovae sind solche AIC-Ereignisse noch nicht zweifelsfrei beobachtet worden.

Priv.-Doz. Dr. Hans-Thomas Janka, Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching

HOMOSEXUALITÄT

Schwerpunkt, Heft 11/2009

In your recent issue I happen to have gleaned through an article concerning homosexuality. The accompanying schematic of the world homosexuality map puts India in a red colour, showing homosexuality is criminal. I wish to point out that recent changes in Indian Penal code give gay marriages legal status, at least in the Capital New Delhi.

Dadhichi Paretkar, Saarbrücken

TÜFTLER UND WELTMARKTFÜHRER

bdw-plus „Entdecke dein Talent“, Beilage in Heft 12/2009

In Ihrem Artikel schreiben Sie auf Seite 28 zu Robert Julius Mayer: „Das Blut war sehr hell. Denn der Körper benötigt … weniger Sauerstoff.“ Weniger Sauerstoff bedeutet jedoch, dass das Blut dunkler ist – venöses Blut. Da der Aderlass mit venösem Blut gemacht wird, wird in heißen Zonen weniger Sauerstoff für die Körperfunktionen entzogen, sodass das venöse Blut heller ist. Lothar Ristau, per E-Mail

HEISENBERG AUSGETRICKST / URKNALL

Heft 10/2009 bzw. Heft 11/2009

In beiden Beiträgen wird der weit verbreitete, aber unscharfe Begriff „Unschärfe-Relation“ verwendet. Heisenberg selbst hat aber von „Unbestimmtheit“ gesprochen. „Unbestimmt“ geht viel weiter als „unbekannt“ oder „unscharf“: Es betrifft die Nicht-Objektivierbarkeit der Quanten.

Joachim Krause, Schönberg

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Li|nie  〈[–nj] f. 19〉 I 〈zählb.〉 1 Strich 2 〈Math.〉 zusammenhängendes eindimensionales Gebilde, z. B. Gerade ... mehr

Gly|pho|sat  〈n. 11; Chem.〉 (weit verbreitetes) Pflanzenschutzmittel, Herbizid, das im Verdacht steht, Krebs erregend zu sein [<Glyzin ... mehr

Ma|ras|mus  〈m.; –; unz.; Med.〉 Schwund der Körperkräfte u. der Körpersubstanz, Verfall des Körpers [zu grch. marainein ... mehr

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