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Bravo für einen Belgier

Einer der profiliertesten Züchtungsforscher in Deutschland, der gebürtige Belgier Prof. Jozef Schell, 62, erhält am 28. April in Tokio den Preis der japanischen Stiftung Wissenschaft und Technologie. Die Auszeichnung gilt als „ japanischer Nobelpreis”.

Schell bekommt die Anerkennung (Preisgeld: gut 700000 Mark) zusammen mit seinem früheren Kollegen Marc C. E. van Montagu für die bahnbrechende Entdeckung, daß sich natürlich vorkommende Agrobakterien dazu eignen, fremdes Erbmaterial in eine Pflanze einzuschleusen. Diese wissenschaftliche Leistung der beiden Belgier aus dem Jahr 1978 gilt heute als eine der grundlegenden Arbeiten der Gentechnologie. Schell wurde nicht zuletzt deshalb zum Direktor des Kölner Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung berufen. Er zog, trotz lockender Angebote, nicht über den Atlantik, “weil Europa damals in der Forschung weiter war als die USA”.

Mitte der achtziger Jahre änderte sich dies. Proteste von Gegnern der Bio- und Gentechnologie sowie administrative Beschränkungen trugen dazu bei, daß die Vereinigten Staaten den alten Kontinent überflügelten. Auch in dieser turbulenten Zeit zeigte Schell Charakter und argumentierte nie mit Schaum vor dem Mund, blieb gleichwohl stets ein Befürworter der neuen Technologie.

Der Belgier erkennt an, daß sich die Lage inzwischen wieder etwas entspannt hat, meint aber dennoch, daß Bio- und Gentechnologie weit mehr zum Schutz der Umwelt und zur Ressourcenschonung eingesetzt werden könnten, wenn die Öffentlichkeit die Chancen durch die neue Technologie mit mehr Zuversicht diskutieren würde. Auf die bevorstehende Preisvergabe angesprochen, sagt der belgische Max-Planck-Direktor: “Ich freue mich sehr, merke allerdings anhand dieser Auszeichnung, daß ich älter geworden bin.”

Seit der wegweisenden Arbeit sind immerhin zwei Jahrzehnte vergangen. Insofern hat die japanische Stiftung für Wissenschaft und Technologie mit dem Nobelpreis-Komitee gleich-gezogen, das die Preise oft auch erst nach jahrzehntelanger Bedenkzeit vergibt.

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Der Preis der Japaner – initiiert von der Regierung, finanziert von der Industrie – wird seit 1985 jährlich verliehen. Außer an Schell und van Montagu geht er in diesem Jahr an den japanischen Physik-Nobelpreisträger (1973) Leo Esaki. Der Wissenschaftler wird für die Entwicklung künstlicher Kristallgitter ausgezeichnet, durch die völlig neue Materialien entwikkelt werden konnten.

Jozef Schell

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