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Allgemein

Das aufstrebende Bürgertum erkannte

Das aufstrebende Bürgertum erkannte schon in den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts die wirtschaftliche Bedeutung des neuen Verkehrsmittels und identifizierte die Eisenbahn mit Dynamik und Aufbruch – kurz: mit Fortschritt. Die Bahn sei eine „Volkswohlfahrts- und Bildungsmaschine“, die den Interessen der Menschheit diene, schwärmte 1839 der Nationalökonom Friedrich List. Der Eintritt in die Eisenbahnära wurde gefeiert als der Beginn eines Goldenen Zeitalters ohne Not, Hass und Kriege.

Das Eisenbahnnetz war die Verbindung mit der großen weiten Welt. Eine Stadt mit Bahnanschluss rückte näher an andere Städte heran und wurde Teil eines neuen Kreislaufs von Menschen und Waren. Das ließ man sich etwas kosten. Allein das Verlegen der Schienen verschlang in den ersten Jahrzehnten des Aufbaus des Eisenbahnnetzes astronomische Summen: 140 000 Mark – entsprechend rund drei Millionen Euro heute – kostete damals ein Kilometer Schienen.

Dazu kamen die Kosten für die Bahnhöfe. In den Herzen der großen Städte wurden gigantische prunkvolle Ankunftshallen errichtet. Wer hier ankam, sollte in Ehrfurcht erstarren vor dem Reichtum der Stadt und ihrer Bewohner. Die Bahnhöfe waren die Kathedralen des Fortschritts.

Die Investitionen machten sich schnell bezahlt. Mit der Eisenbahn kam der wirtschaftliche Aufschwung. Neue Handelsbeziehungen wurden geknüpft, ein neuer Industriezweig entstand und gab vielen Menschen Arbeit. Das Eisenbahnfieber beflügelte die Fantasie von Anlegern aus allen gesellschaftlichen Schichten: So kamen 1835 die benötigten anderthalb Millionen Taler für den Bau der „Leipzig-Dresdner Eisenbahn“ in nur zwei Tagen zusammen. Zwei Jahre später löste die Ankündigung des Baus der Taunusbahn von Frankfurt nach Wiesbaden einen Run aus. Anleger zeichneten in kürzester Zeit Aktien im Wert von 21 Millionen Gulden – erwartet hatte man lediglich 500 000 Gulden.

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