Das Crux Numerorum - wissenschaft.de
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Das Crux Numerorum

Als ich noch ein Schüler war, wurden in meinem Heimatort die Reste einer römischen Villa entdeckt, und ich durfte in den Ferien bei den Ausgrabungen mithelfen. Seither ist die Geschichte der Römer in Germanien meine große Leidenschaft. Zu meiner Geburtstagsfeier vor ein paar Wochen war auch Edmund gekommen, ein Freund aus meiner Jugendzeit, den es vor einigen Jahren nach Trier verschlagen hatte. „Ich habe dir etwas ganz Besonderes mitgebracht“, sagte er und gab mir ein kleines Päckchen. Ich machte es auf und fand darin eine alte Tonscherbe, in die ein Raster von 3 mal 3 Quadraten geritzt worden war. In den Ecken einiger dieser Quadrate standen kleine römische Zahlen. „Was ist das?“, fragte ich Edmund und betrachtete etwas ratlos die Scherbe. „Das ist ein Crux Numerorum, also ein Kreuzzahlrätsel, aus dem vierten Jahrhundert. Es wurde im letzten Jahr bei Ausgrabungen in der Nähe der Porta Nigra gefunden.“ „Und wie bist du an die Scherbe gekommen?“, fragte ich. „Ein guter Freund hat sie bei den Ausgrabungen gefunden und mir davon erzählt. Auf meine Bitte hin hat er sie dann für dich beiseite geschafft.“ Edmund grinste mich verschwörerisch an. Ich drehte die Scherbe in meinen Händen. Sie sah eigentlich eher aus wie ein Stück von einem alten Blumentopf, das mit Dreck und Ruß künstlich gealtert worden war. Ich war misstrauisch. Entweder besaß Edmund eine hohe kriminelle Energie – oder er wollte mich mit meinem Hobby auf den Arm nehmen. „Das Crux Numerorum ist unvollständig. Er lag noch eine zweite Scherbe daneben, die ich jedoch bisher noch nicht beschaffen konnte. Aber du hast ja auch im nächsten Jahr wieder Geburtstag.“ Edmund zwinkerte mir zu. „Auf der zweiten Scherbe gab es einige Hinweise“, sagte er dann und zog einen Zettel aus der Tasche, den er mir gab. Darauf konnte ich lesen:

Waagerecht:

I Vielfaches von XXXVII

II Vielfaches von LXXIII

III Teiler von I senkrecht

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Senkrecht:

I Quadratzahl

II Vielfaches von VII

III Ausonius‘ Alter

„Das Crux Numerorum stammt vermutlich von dem Dichter Decimius Magnus Ausonius. Wie du sicher weißt, hat er nicht nur die ,Mosella‘ gedichtet, sondern auch über mathematische Denkspiele geschrieben, beispielsweise über das Ostomachion des Archimedes“, erklärte mir Edmund. „Du kannst ja mal versuchen, dass Crux Numerorum zu lösen. In die Felder darfst du selbstverständlich keine arabischen Ziffern, sondern nur römische Zahlenzeichen setzen. Außerdem musst du die Zahlen in der Standardform schreiben, das heißt, soll ein geringerwertiges Zeichen links von einem höherwertigen stehen, so ist dies nur bei den Paaren IV, IX, XL, XC, CD und CM erlaubt. Du darfst also beispielsweise 1999 nicht als MIM, sondern nur als MCMXCIX darstellen.“ Mir gelang es nicht, das Rätsel zu lösen. Wissen Sie, wie alt Ausonius war, als er das Crux Numerorum herstellte?

So machen Sie diesen Monat mit

Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. März 2009 an:

bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 03|09″

Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Juni-Heft 2009 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.

Zu gewinnen

Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn ist das Monokular MiniQuick 5 x 10 T* von Zeiss in einer Weichledertasche. Es bietet eine fünffache Vergrößerung, ist extrem leicht (23 Gramm), kompakt (nur 11,3 Zentimeter lang), spritzwasserdicht und lässt sich problemlos mitnehmen. Mehr unter: www.zeiss.de. Buchpreis ist „Gott Gene und Gehirn“. Der Religionswissenschaftler Michael Blume und bdw-Redakteur Rüdiger Vaas beschreiben in dem provokanten Sachbuch die Evolution der Religiosität und beleuchten aus verschiedenen Perspektiven die Grundlagen des Glaubens und das Rätsel Religion. Hirnforscher haben entdeckt, was im Kopf religiöser Menschen vor sich geht, Molekularbiologen fanden Gottes-Gene, Religionsdemographen erklären, warum Atheisten im Durchschnitt weniger Kinder haben, und Evolutionspsychologen entschlüsseln den biologischen Ursprung von Religiosität und Spiritualität (www.hirzel.de).

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