DAS ERFOLGSGEHEIMNIS - wissenschaft.de
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DAS ERFOLGSGEHEIMNIS

Sehr lobenswert: die Erwähnung des buddhistischen Philosophen Nagarjuna durch Herrn Prof. Fischer. Schade nur, dass er ihn nicht korrekt darstellt. Nagarjuna ersinnt keineswegs „einen Leerzustand, in dem Menschen zwischen Sein und Nichtsein schweben können, ständig bereit, etwas zu werden, was sie nicht sind“. Nagarjuna erhellt vielmehr die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung des Seins und dessen tatsächlicher Beschaffenheit.

Die eigene Person und die Umwelt werden als dauerhafte, auf sich selbst beruhende Einheiten aufgefasst. In Wahrheit sind sie zusammengesetzte Gebilde, deren Bestandteile – und damit sie selbst – einem ständigen Wandel unterliegen. Eine Kette ist ein Gebilde aus Perlen und einer Schnur. Die Perlen wie die Schnur bestehen aus Atomen, die Atome setzen sich zusammen aus Elementarteilchen und so weiter. Die uns so selbstverständlich erscheinende Kette ist also weit mehr und anders, als sie erscheint. Das Gleiche gilt für das Ich.

Diese Wahrheit macht frei: das Begreifen aller Dinge als leer von einer stabilen Eigennatur. Alles wandelt sich nach bestimmten Naturgesetzen. Weil die Person laut Buddhismus keine ewige Ich-Essenz besitzt, sondern als ein Kontinuum aus Faktoren überwiegend subtiler geistiger Prozesse besteht, ist eine vom Willen gesteuerte, vollkommene Veränderung möglich, wenn die entsprechenden Naturgesetze bekannt sind und angewendet werden. Daher ist Leerheit keine eigene Theorie, sondern die Leugnung der inhärenten, unveränderlichen Wesenhaftigkeit, die konventionelle Wahrnehmung der Welt zuerkennt. „Wer an Leerheit glaubt, ist unheilbar!“ sagt Nagarjuna selbst.

Nicola Hernádi, Berlin

Bei seinem Versuch einer Erklärung für den Erfolg des Christentums hat Ernst Peter Fischer mindestens zwei Ursachen unberücksichtigt gelassen. Zum einen den Verrat der urchristlichen Lehre von Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe durch die frühen Kirchenführer im dritten und vierten Jahrhundert: Nur durch die Aufgabe dieser Prinzipien, die jedem Anhänger des ursprünglichen christlichen Glaubens den Dienst mit der Waffe verboten hätten, wurde die neue Lehre für die Herrscher interessant. Im Verlauf der Geschichte wurden damit Kriege im Namen des christlichen Gottes möglich, geführt von weltlichen wie geistlichen Herrschern, und die Waffen wurden zuvor von der Priesterschaft gesegnet.

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Daraus ergibt sich die zweite Ursache für den Erfolg des Christentums: Als Gegenleistung für die Unterstützung seiner Machtansprüche erließ Kaiser Konstantin verschiedene Gesetze, die dem Christentum entscheidende Vorteile verschafften. Die Anhänger der alten Vielgötterwelt hatten seitdem mit Nachteilen bei der Besteuerung zu rechnen, mit dem Verlust von Ämtern, mit Behinderungen beim Ausüben ihrer Gewerbe und später auch mit Angriffen gegen Leib und Leben.

Außerdem erhielten die Führer der christlichen Kirche vom Kaiser gewaltige Reichtümer geschenkt, von Grund und Boden bis Gold. Dass sich unter diesen Bedingungen das Christentum durchgesetzt hat, ist wohl alles andere als erstaunlich. Harald Schulze, per E-Mail

Ernst Peter Fischer leistet sich in seinem Beitrag eine Fehlinterpretation, wenn er Bert Brecht in den Mund legt, das einzige Ziel der Wissenschaft sei, „die Mühseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichtern“, und weil ihr das gelungen sei, habe sie im 19. Jahrhundert die Religion an den Rand der Geschichte gedrängt: ein kaum zu überbietender Unsinn. Die menschliche Mühseligkeit zu erleichtern ist allenfalls Aufgabe der Technik, während die Wissenschaft, besonders die Naturwissenschaft, die Erforschung der Naturkräfte zum Inhalt hat.

Siegfried Naruhn, Berlin

Die Ausführungen zum Christentum wecken Erinnerungen an Passagen der Haeckel’schen „Welträtsel“, ein Buch, das ich in meiner Jugendzeit verschlungen habe. In der 11. Auflage von 1919 im 17. Kapitel „Wissenschaft und Christentum“ finden sich fast wörtlich übereinstimmende Schilderungen zur Herausbildung des Christentums und zur Entstehung der christlichen Bibel. Beim nochmaligen Überlesen einiger Kapitel der „Welträtsel“ fand ich, dass dieses Buch durchaus auch heute noch lesenswert ist, wobei Haeckels Monismus dem Autor nachgesehen werden sollte. Dr.habil. Manfred Eichhorn, Weimar

AGGRESSIVE HIPPIES

bdw-Nachrichten, Heft 1/2009

Ich muss sagen, dass es mir zwar um die getöteten Affen leid tut (Bonobos beiderlei Geschlechts jagen und fressen kleinere Affen, Anm.d.Red.), ich mich aber ansonsten diebisch freue: Weil nämlich das Bonobo-Beispiel nur allzu gerne von Weltverbesserern herangezogen wurde. In den Medien ist es heute leider üblich, Frauen grundsätzlich als geniale Gutmenschen und Männer als tumbe Aggressions-Toren hinzustellen.

Ich möchte dazu anmerken, dass unter der Führung von Margaret Thatcher und mit Billigung der Queen der Falkland-Krieg stattfand. Und heute unter der Bundeskanzlerin Soldaten und Soldatinnen am Hindukusch ihr Leben riskieren. Auch bemerkenswert ist, dass gerade heute die Gewalt unter Mädchen stark ansteigt, die anscheinend nicht nur beim Rauchen und Saufen mit den Jungs gleichziehen wollen. Krieg und Gewalt sind generell abzulehnen, und zwar von Verstandes wegen – von Mann und Frau.

Stefan Knöller, per E-Mail

MISSBRAUCHTE HEILMITTEL

medinfo, Heft 12/2008

In Ihrer Grafik der Drogenabhängigen unterscheiden Sie „ Cannabis“ und „illegale harte Drogen“. Das ist mindestens missverständlich. Cannabis ist ebenfalls eine illegale Droge, dazu noch eine, die in ihrem Gefährdungspotential den anderen illegalen Drogen in nichts nachsteht. Die Leiter der Rauschgiftdezernate der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes haben deshalb auch kürzlich beschlossen, von Cannabis nicht mehr als sogenannter „weicher“ Droge zu sprechen. Der Suchtbericht der Bundesregierung, auf den Sie sich beziehen, sagt unmissverständlich aus: „Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland.“

Jürgen Sievers, Büdelsdorf

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Wissenschaftslexikon

Ad|duk|tor  〈m. 23; Anat.〉 an den Körper heranziehender Muskel, Schließmuskel [zu lat. adducere ... mehr

Holz|bir|ne  〈f. 19〉 in Laubwäldern vorkommende Wildbirne mit kleinen, herben Früchten: Pyrus communis; Sy Wilde Birne ... mehr

No|xe  〈f. 19; Med.〉 1 Schädlichkeit 2 Krankheitsursache ... mehr

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