Das Hip-Spiel - wissenschaft.de
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Das Hip-Spiel

Sonntagnachmittag: Meine Frau war bei einer Freundin, und meine beiden Töchter Inga und Christine saßen am Wohnzimmertisch und spielten leise ein Brettspiel. Ich lag mit meiner Zeitung auf dem Sofa, genoss die seltene Ruhe und schlief irgendwann ein. Plötzlich riss mich das lauter Gezeter meiner Töchter aus den Träumen. „Ruhe!“, donnerte ich, als es nicht aufhören wollte, doch sie beachteten mich gar nicht. „Du betrügst! Mit dir spiele ich nicht mehr!“, schrie Inga und warf wütend das Brett und die Steine auf den Boden. „Bei diesem Spiel kann man gar nicht betrügen. Du bist nur zu dumm dafür. Deswegen verlierst du immer“ , erwiderte Christine und sammelte die Spielsteine vom Boden auf. „Seid ruhig und vertragt euch“, probierte ich es noch einmal, aber es half nichts. Seufzend stand ich auf und ging zum Tisch. „ Was ist denn los?“, fragte ich. „Christina schummelt. Ich habe schon sieben Mal nacheinander verloren“, sagte Inga. Auf dem Tisch lagen schwarze und weiße Damesteine und ein etwas zu klein geratenes Schachbrett. „Was spielt ihr denn eigentlich?“, fragte ich, neugierig geworden. „Wir spielen Hip.“ „Hip? Davon habe ich noch nie etwas gehört“, sagte ich. „Hip wurde Mitte des letzten Jahrhunderts in Amerika erfunden und ist ein Strategiespiel für zwei Personen“, erklärte mir Christina. „Es wird mit 18 schwarzen und 18 weißen Damesteinen auf einem Brett mit sechs mal sechs Feldern gespielt. Beide Spieler setzen immer abwechselnd einen Stein auf ein Feld, der eine einen schwarzen und der andere einen weißen. Es verliert derjenige, dessen Steine zuerst die Ecken eines Quadrats bilden. Natürlich darf auf jedes Feld nur ein Stein gelegt werden, und kein Stein darf nach dem Legen verschoben werden.“ „Das scheint mir ein Kindergartenspiel zu sein“, sagte ich und wollte mich wieder aufs Sofa legen. „Dann versuch’s doch mal“, forderte mich Christina auf. Ich willigte ein, und wir begannen zu spielen. Nach meinem sechsten Zug sagte Christina: „Du hast verloren.“ „Wieso?“, fragte ich überrascht, denn ich konnte kein Quadrat entdecken. Christina deutete auf vier meiner Steine, die ein Quadrat bildeten, das leicht verdreht auf dem Brett lag. „Ich wusste nicht, dass solche Quadrate verboten sind“, rechtfertigte ich mich. Doch Christina zuckte nur mit den Schultern. Bei den nächsten Runden passte ich sorgfältig auf, dass meine Steine keine verdrehten Quadrate bildeten, aber jedes Mal zwang mich Christina in eine Situation, dass mein nächster Stein, egal wo ich ihn auch hinlegte, zu einem Quadrat führte. Nach zehn verlorenen Spielen gab ich schließlich auf und sagte frustriert: „Es scheint doch kein Kindergartenspiel zu sein, und es gibt offenbar viel mehr mögliche Quadrate, als ich gedacht habe.“ „Stimmt“, sagte Christina mit einem etwas überheblichen Lächeln. „Wenn du schon nicht vermeiden kannst, sie zu legen, dann gelingt es dir vielleicht, sie zu zählen.“ Aber auch das schaffte ich nicht. Wissen Sie, wie viele verschiedene Quadrate man mit vier Damesteinen auf einem Hip-Brett legen kann?

So machen Sie diesen Monat mit

Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. März 2011 an:

bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 3|12″

Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Juni-Heft 2012 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.

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Zu gewinnen

Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden fünf Bücher aus- gelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Zu gewinnen gibt es das „Lexikon der verblüffenden Erkenntnisse“ von Jürgen Brater. Der Zahnarzt und Biologielehrer stellt darin erstaunliche und kuriose naturwissenschaftliche Fakten vor. Ein paar Beispiele: Man nimmt stärker ab, wenn man weniger Sport treibt. Eine Mondlandung lässt sich mit einem Taschenrechner steuern. Ein Krokodil isst weniger als ein Mensch. Ein Pkw kann einen Jumbojet ziehen. Manche Lebewesen haben 13 Geschlechter. Auch Fische können seekrank werden. Bäume werden tagsüber dünner. Eine Stubenfliege kann 80 000 Tonnen Nachwuchs hervorbringen. Mehr Informationen finden Sie auf der Verlagsseite: www.fischerverlage.de

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Wissenschaftslexikon

Ele|phan|ti|a|sis  〈f.; –, –ti|a|sen; Med.〉 krankhafte Verdickung der Haut u. des Unterhautbindegewebes als Folge wiederholter Entzündungen u. Stauungen in den Lymphwegen, kann zu außerordentlicher Unförmigkeit von Gliedmaßen u. der Geschlechtsteile führen; oV Elefantiasis; ... mehr

Or|tho|gna|thie  auch:  Or|thog|na|thie  〈f. 19; Med.〉 gerader (senkrechter) Stand der Kiefer u. Zähne am Schädel; ... mehr

Him|mels|glo|bus  〈m.; –, –glo|ben; Astron.〉 Globus, mit Abbildung des Sternhimmels; Sy Sternglobus ... mehr

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