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Allgemein

Das Lexikon des Lebens

Das Genom-Projekt benutzt eine Vielzahl von Fachbegriffen. Die folgende Liste gibt eine Übersetzungshilfe.

Bac Bakterielles artifizielles (künstliches) Chromosom zum Kopieren von Erbgutabschnitten.

Chromosom Datenspeicher der Erbinformation, bestehend aus den langen DNA-Strängen, Verpackungsproteinen und Eiweißen, die die Aktivität der Gene regulieren.

DNA Desoxyribonucleinacid, die biochemische Schrift, in der die Erbinfor- mation geschrieben ist (deutsch Desoxiribonukleinsäure, DNS). Sie hat vier Buchstaben, die Moleküle Adenosin (A), Thymin (T), Cytosin (C) und Guanosin (G).

Eiweiß oder Protein, die wichtigsten Bausteine und Werkzeuge aller Lebewesen. Auch Enzyme und Collagen sind Eiweiße. Der Bauplan eines Eiweißes ist ein Gen.

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Exon Gene werden oft von informationsleeren Einschüben, den Introns, unterbrochen. Nur die Exons sind die Teile eines Gens mit den Bauplänen für Eiweiße.

FISH Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung. Um festzustellen, ob ein Gen auf einem bestimmten Chromosom liegt, markiert man einen Teil des Gens mit einem Fluoreszenzfarbstoff und läßt die so entstandene Sonde mit den Chromosomen reagieren. Die Gensonde erkennt ihr Gegenstück, haftet sich an und bringt so das entsprechende Chromosom zum Leuchten.

Gen Teil der Erbinformation eines Lebewesens. Ein Gen ist der Bauplan für ein Eiweiß.

Genbibliothek Genabschnitte eines Lebewesens, die man inzwischen kaufen kann – zum Beispiel menschliches Genom, verpackt in vermehrungsfähigen künstlichen Hefechromosomen oder Gene der Ratte in Bakterienchromosomen.

Genom Die gesamte Erbinformation eines Lebewesens.

Gensequenz Die Abfolge der „Genbuchstaben“ auf dem DNA-Strang.

Gensonde Kurzer Ausschnitt aus einem Gen. Er wird verwendet, um das Gen auf einem Chromosom oder in einer Genbibliothek wiederzufinden.

Intron Unterbrechung in einem Gen. Introns sind wahrscheinlich schmarotzende Gene, die vor Urzeiten in unsere Erbinformation eingedrungen sind. Gegenteil: Exon.

kB Kilobasen, Maßeinheit für Erbinformation. Eine Kilobase umfaßt einen DNA-Abschnitt von 1000 Buchstaben; ein Gen hat etwa 50 kB.

Klonieren Methode, um Gene zu vervielfältigen.

Klonierungsvektor Um Teile der Erbinformation zu vervielfältigen, baut man sie in künstliche Chromosomen ein und läßt sie von Mikroorganismen bei deren Zellteilung verdoppeln.

mRNS Messenger-(Boten)-Ribonukleinsäure. Um die Informationen eines Gens zu verwirklichen, zieht die Zelle Kopien des Gens: die mRNS. Sie werden zu den Ribosomen gebracht, wo Eiweiße nach der Anleitung auf der mRNS hergestellt werden.

Mutation Veränderung der Erbinformation.

Plasmid kleiner Ring aus Erbinformation. In der Natur tragen Plasmide Resistenzgene; im Labor werden sie zum Klonieren verwendet.

PCR Polymerase-Ketten-Reaktion. Eine Art biochemischer Genkopierer, mit der kurze Genabschnitte im Reagenzglas vervielfältigt werden; wichtig für Krankheitsdiagnosen und Kriminaltechnik („genetischer Fingerabdruck“). Die Erfindung dieser Technik wurde 1993 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

Rekombinante DNA Künstlich neu zusammengestellte Erbinformation.

Sequenzieren Methode, um die Reihenfolge der Buchstaben in einem Erbgutabschnitt zu analysieren.

SNP 99,9 Prozent der Erbinformation sind bei allen Menschen identisch, nur an wenigen Stellen des Genoms sind häufig einzelne Nukleotide ausgetauscht. Die markanten Genorte bilden den SNP (den Singulären Nukleotid-Polymorphismus). Diese Mutationen sind Teil unserer Individualität, aber auch eine Quelle für erhöhte Krankheitsrisiken.

Transgene Tiere Gentechnisch veränderte Tiere, die entweder zusätzlich Gene anderer Lebewesen besitzen oder mutierte oder ausgeschaltete Gene. Sie werden verwendet, um die Funktion eines Gens im lebenden Organismus zu erforschen.

YAC Yeast Artificial Chromosom, künstliches Hefechromosom. YACs eignen sich besonders zum Klonieren großer DNA-Abschnitte.

Zellkern Zentraler Datentresor der Zelle, der die Chromosomen enthält.

Thomas Willke

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