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Das neue Heft ist da!

TITEL: DER MAYA-KOLLAPS
Nicht das Klima brachte die Maya-Hochkultur zu Fall, sondern der Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Mächten. Harte Indizien dafür fanden Archäologen in der Dschungelstadt Uxul.

Vor der Dürre kam der Krieg
Der Machtkampf zwischen Tikal und Calakmul war der Anfang vom Ende

Der Prinz im Regenwald
Archäologen stießen in Uxul auf das ungeplünderte Grab eines Adligen

DER TANZ DES WASSERS
Was H 2O so besonders macht

DIE UNGLAUBLICHE HEILUNG
Wie HIV-Patient Timothy Brown seine Infektion loswurde

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SUPER, DIESE ERDEN!
Forscher sind lebensfreundlichen Welten auf der Spur

ENTWARNUNG VOR DEM VULKAN-GAU
Kein Supervulkan-Ausbruch kann die Menschheit ausrotten

Um Forschungspolitik geht es nur selten in bild der wissenschaft, denn unsere Leser mögen das Thema nicht. Das dokumentieren sie bei jeder Befragung und in persönlichen Stellungnahmen. Als ich vor Jahren beispielsweise Angela Merkel und Gerhard Schröder interviewte – sie damals Umweltministerin, er Ministerpräsident –, drohten Abonnenten beim nächsten Politikergespräch mit Kündigung. Dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle eine Bemerkung zu Annette Schavan, der die Universität Düsseldorf vor Kurzem den 1980 erworbenen Doktortitel aberkannt hat. Die Vorwürfe des massiven Kopierens fremder Gedanken und Ausführungen – ohne dies zu deklarieren – erzwangen in den Augen des Untersuchungsausschusses den Entzug des Titels.

Klar, dass eine Bildungs- und Forschungsministerin, die sich fast nur in Kreisen bewegt, in denen ein Doktortitel Eintrittsvoraussetzung für qualifiziertes Arbeiten ist, nach diesem Eklat keine Überlebenschance im Amt hatte. Schavan will zwar gegen die Aberkennung gerichtlich vorgehen. Doch wie immer das Urteil ausfällt: Ihre sehr erfolgreiche Karriere als Weichenstellerin von Forschung und Bildung – mindestens so erfolgreich wie die von Heinz Riesenhuber, Forschungsminister von 1982 bis 1993 – ist zu Ende. Zum Verhängnis wurden ihr die Überprüfungsmöglichkeiten durch moderne Elektronik in der Hand moderner Kopfjäger, die ihren Spaß daran haben, die Biografien öffentlicher Personen kriminalistisch zu durchleuchten. Sie hoffen darauf, ihnen einen Fehltritt nachzuweisen und sie dadurch zu Fall zu bringen – ungeachtet der Lebensleistung.

In meiner Jugend entstand der Bud Spencer/Terence Hill-Film „Gott vergibt, Django nie“. Netzwerker sind heute offensichtlich so wie weiland Django. Wer irgendwann in seinem Leben Mist gebaut hat, läuft Gefahr, dass der Fehltritt nachträglich elektronisch dokumentiert und veröffentlicht wird. Die Konsequenz wäre: Wer sich eines fernen Tages um ein Amt zu bewerben gedenkt, ist gut beraten, sich frühzeitig für einen makellosen Lebenswandel zu entscheiden. Doch wer entscheidet, was „makellos“ ist? Und wer von uns ist denn ein Heiliger?

Vor gut drei Jahrzehnten standen Schwule und Drogenkranke am Pranger, als die Immunschwäche Aids die Zivilisation schockierte. In bigotten Kreisen war die Rede von einer „Gottesstrafe“. Viele beunruhigte damals diese neue Krankheit auf das Stärkste. So mancher sorgte sich etwa beim Gang auf öffentliche Toiletten um seine Gesundheit. Bis heute beklagt die Welt über 30 Millionen Aids-Tote, allein 2011 waren es 1,7 Millionen. Und doch gibt es eine hoffnungsvolle Nachricht: Die Zahl derer, die an Aids sterben, ist rückläufig. Durch die intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit der Immunschwäche ist es gelungen, eine medikamentöse Behandlung zu etablieren, die Infizierte bei frühzeitiger Therapie zwar nicht heilt, aber ihnen ein erträgliches Leben ermöglicht (lesen Sie dazu unseren Schwerpunkt ab Seite 36). Böse Zungen behaupten, dieser Erfolg sei allein der Tatsache geschuldet, dass prominente Mitglieder der westlichen Zivilisation an der Immunschwäche erkrankten und starben. Hätte sich das Problem auf Afrika beschränkt, so der Verdacht, wären deutlich weniger Mittel in die Forschung und Entwicklung von Pharmapräparaten geflossen.

Zu guter Letzt: Wie jedes Jahr enthält die bdw-April-Ausgabe eine Meldung, die Sie getrost als Aprilscherz abtun können.

 

Viel Spaß beim Finden wünscht

Wolfgang Hess, Chefredakteur

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Holz|stich  〈m. 1〉 I 〈unz.〉 dem Holzschnitt ähnl. Kunst, mit dem Stichel aus einer Holzplatte (hartes Holz, quer zur Faser) eine bildl. Darstellung herauszuarbeiten II 〈zählb.〉 Abzug von der so bearbeiteten Platte ... mehr

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