Das Preisrätsel für Denker - wissenschaft.de
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Das Preisrätsel für Denker

Nach Ansicht meiner Tochter geben Lehrer Hausaufgaben nur deshalb auf, um die armen Schüler zu schikanieren. „Gegen Schikane muß man sich wehren“, sagt sie und drückt sich deshalb um die Hausaufgaben, wo es nur geht. Vor ein paar Tagen, als ich abends nach Hause kam, sagte meine Frau: „Christina sitzt immer noch an ihren Hausaufgaben.“ Ich ging auf ihr Zimmer und sah, daß sie mit Schere, Klebstoff und farbigem Karton etwas bastelte. „Ich dachte, du macht deine Hausaufgaben“, meinte ich. „Mache ich auch“, erwiderte sie. „Wir müssen Weihnachtssterne für die Schule basteln.“ „Jetzt, mitten im Frühjahr?“ fragte ich überrascht. „Ja, für den Matheunterricht“, sagte Christina. Ich begann an der pädagogischen Eignung ihres Lehrers zu zweifeln. „Papa, du verstehst mal wieder nichts.“ Christina verdrehte die Augen. „Wir sollen keinen Weihnachtsschmuck basteln, sondern etwas über Sternpolyeder lernen.“ Ich war neugierig geworden: „Was sind denn Sternpolyeder?“ „Die erhält man, wenn man auf die Seitenflächen von konvexen Polyedern Pyramiden klebt“, erklärte mir Christina. „Wenn du zum Beispiel auf jede der sechs Flächen eines Würfels eine Pyramide mit quadratischer Grundfläche klebst, erhältst du einen wunderschönen Weihnachtsstern mit sechs Zacken.“ Christina gab mir eine ihrer Bastelarbeiten, und ich mußte ihr recht geben. Weißt du jetzt, was Sternpolyeder sind“, fragte sie. Ich nickte. „Gut, dann machen wir mal einen Test“, meinte meine Tochter.

„Ein regelmäßiges Tetraeder hat vier gleiche gleichseitige Dreiecke als Seitenflächen. Setzt du auf diese Flächen lauter gleiche Pyramiden mit dreieckiger Grundfläche, bekommst du einen vierzackigen Stern. Verstanden?“ Ich nickte wieder. „An jeder Kante des Tetraeders stoßen zwei Seitenflächen von zwei Zacken zusammen. Nun stelle dir mal vor, die Pyramiden wären alle gerade so hoch, daß die aneinanderstoßenden Flächen nicht einen Winkel einschließen, sondern jeweils in einer Ebene liegen. Aus zwei dreieckigen Flächen wird dann immer eine viereckige. Und nun sage mir, wie der übliche deutsche Ausdruck für diesen besonderen Sternkörper ist!“ Ich hatte keine Ahnung. Wissen Sie es? Die Lösung des Januar-Cogitos: Die weitaus meisten Einsender gaben elf Telefonate an, die nötig sind, um an jedes der sieben Mädchen die Ergebnisse aller sieben Aufgaben durchzugeben. Doch zehn reichen aus, wenn die Mädchen ihre Telefonliste nicht nach dem Anfangsschema (Zeilen 1 bis 4) fortsetzen, sondern sich die geschickten „Abkürzungen“ (Zeilen 5 bis 7) einfallen lassen. Bezeichnen wir die sieben Mädchen mit den Großbuchstaben A bis G und die Ergebnisse der von ihnen gelösten Aufgaben durch die entsprechenden Kleinbuchstaben a bis g. Durch die zehn folgenden Telefonate werden alle Informationen ausgetauscht:

1. AB (a,b) 6. AF (a,b,c,d,e,f,g) 2. AC (a,b,c) 7. EG (a,b,c,d,e,f,g) 3. AD (a,b,c,d) 8. AB (a,b,c,d,e,f,g) 4. AE (a,b,c,d,e) 9. AC (a,b,c,d,e,f,g) 5. FG (f,g) 10. AD (a,b,c,d,e,f,g)

Dabei stehen in jeder Zeile die beiden Großbuchstaben vor der Klammer für die beiden Mädchen, die miteinander telefonieren. Die Kleinbuchstaben bedeuten die Lösungen der Aufgaben, die beiden Mädchen nach dem Telefonat bekannt sind. So muß man beispielsweise die erste Zeile AB (a,b) folgendermaßen lesen: A hat die Aufgabe a gerechnet und B die Aufgabe b. Bei dem Telefonat teilen sie sich gegenseitig die Lösungen mit, so daß anschließend sowohl A als auch B die Lösungen der Aufgaben a und b kennt.

Heinrich Hemme

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♦ An|dro|ga|met  〈m. 16; Biol.〉 männl. Keimzelle

♦ Die Buchstabenfolge an|dr… kann in Fremdwörtern auch and|r… getrennt werden.

Hä|ma|tom  〈n. 11; Med.〉 = Bluterguss [zu grch. haima, ... mehr

Ei|chen|sei|de  〈f. 19; unz.; Textilw.〉 vom nicht züchtbaren Tussahspinner (indischer Eichenspinner, Antheraea mylitta), früher in Europa auch vom Eichenspinner (Lasiocampa quercus) gewonnene grobe Seide von bräunlicher Farbe; Sy Tussahseide ... mehr

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