Das Preisrätsel für Denker - wissenschaft.de
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Das Preisrätsel für Denker

Ich hatte mich nach der Arbeit mit meiner Frau in der Stadt verabredet. Wir wollten uns in einem Café in der Einkaufsstraße treffen und dann gemeinsam für mich ein paar neue Hemden, Pullover und Hosen besorgen. Meine Frau läßt mich nie allein meine Kleidung kaufen. „Du hast keinen Geschmack, und ich würde mich schämen, wenn ich mich mit dir und deinen selbst ausgesuchten Hemden und Hosen unter die Menschen wagen müßte“, behauptet sie immer. Das ist natürlich Unsinn. Ich würde, wenn meine Frau mich nur ließe, meine verschlissenen Kleidungsstücke immer wieder durch genau gleiche ersetzen. Und da sie diese ursprünglich einmal selbst ausgesucht hat, müßten sie doch eigentlich stets nach ihrem Geschmack sein. Leider ist sie für solche einfachen logischen Überlegungen nicht besonders empfänglich – und so war auch diesmal ein gemeinsamer Einkauf fällig. Meine Frau war nicht pünktlich. Ich saß auf der Terrasse des Cafés und langweilte mich. Der Tisch, an dem ich saß, hatte in der Mitte ein großes rundes Loch. Wahrscheinlich diente es dazu, die Stange eines Sonnenschirms aufzunehmen, wenn auch hierfür ein kleineres Loch gereicht hätte. Jedenfalls stand unter dem Tisch ein steinerner Sonnenschirmfuß. Auf meinem Tisch lagen einige runde Bierdeckel. Gedankenlos schob ich mit dem Zeigefinger einen der Deckel langsam auf das Loch zu.

Erst als der Deckel weit über den Rand des Loches ragte, fiel er hinein. Ich nahm einen zweiten, einen dritten und einen vierten Deckel und schob einen nach dem anderen in das Loch des Tisches. Irgendwann bemerkte ich, daß die Deckel immer genau in dem Moment fielen, als ihr Rand die Mitte des Loches erreichte. Ich dachte gerade darüber nach, um wieviel das Loch im Tisch größer sein mußte als der Bierdeckel, als meine Frau eintraf. „Ich habe unterwegs noch Beate getroffen“, sagte sie. „Hoffentlich hast du nicht zu lange auf mich warten müssen.“ Zu Hause fiel mir das Loch im Cafétisch wieder ein. Ich hatte mir einen Bierdeckel eingesteckt und maß ihn aus. Er hatte einen Durchmesser von elf Zentimetern. Wissen Sie, welchen Durchmesser das Loch im Tisch hatte?

Die Lösung des Dezember-Cogitos:

Wir bekamen erstaunlich viele falsche Lösungen geschickt. Doch mit einer Schemazeichnung der Bücher war die Lösung einfach: So wie die Bücher im Regal standen, lag der vordere Deckel des ersten Bandes direkt am hinteren Dekkel des zweiten Bandes. Der Holzwurm, der zwischen dem Buchdeckel und der Seite 1 des ersten Bandes seine Freßtour begann, brauchte sich also nur durch einen Deckel zu nagen, um zum zweiten Band zu gelangen. Nun mußte er sich jeweils durch zwei Deckel und 500 Seiten, das heißt 250 Blätter, der Bände 2 bis 9 fressen und kam so zum hinteren Buchdeckel des zehnten Bandes. Hatte er schließlich auch den noch durchfressen, so befand er sich am Ziel, nämlich zwischen dem letzten Blatt und dem hinteren Buchdeckel des letzten Bandes. Folglich hatte der Holzwurm 18 Buchdeckel und 2000 Blätter durchfressen.

Heinrich Hemme

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