Das Preisrätsel für Denker - wissenschaft.de
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Das Preisrätsel für Denker

Vor einigen Tagen besuchte mich abends mein Nachbar Sigi Schubert. Sigi kommt nur selten ohne einen besonderen Grund, so auch an diesem Abend. Doch ich merkte, daß er nicht so recht wußte, wie er es mir sagen sollte. „Na los, heraus damit!“ forderte ich ihn auf. Sigi gab sich einen Ruck und fing an zu erzählen: „Du weißt doch, daß ich seit Anfang des Jahres erster Vorsitzender in unserem Schachclub ,Weißer König` bin.“ Ich nickte, und er fuhr fort: „In drei Wochen beginnt unser großes jährliches Clubturnier, das neun Tage dauert und immer vom ersten Vorsitzenden organisiert werden muß.

Das Turnier beginnt an jedem der neun Tage um sechs Uhr abends im Clubheim, und es werden jeweils neun Partien gespielt. Anschließend gibt es immer ein gemeinsames Essen, das ich bei einem Partyservice bestellen werde. Der Partyservice liefert das Essen in großen Warmhaltetöpfen – und da liegt mein Problem: Ich brauche jemanden, der mir dabei hilft…“ Sigi zögerte. Ich lachte: „Mit anderen Worten: Du suchst einen Kellner. Aber keine Sorge: Ich helfe dir.“ Sigi war erleichtert. „Euer Club hat doch nur wenige Mitglieder. Warum dauert das Turnier so lange?“ fragte ich. „Weil so viele Partien gespielt werden müssen“, antwortete Sigi. „

Beim Clubturnier wird eine Siegerin und ein Sieger gesucht. Deshalb spielt jede Frau des Clubs gegen jede andere Frau drei Partien und jeder Mann gegen jeden anderen Mann auch drei Partien. Gemischte Partien gibt es beim Jahresturnier nicht.“

Als sich Sigi ein paar Minuten später verabschiedete, sagte er: „Ich habe nicht genug Weingläser für alle Mitglieder. Kannst du mir welche leihen?“ Natürlich sagte ich es ihm zu, später fiel mir ein, daß meine eigenen Weingläser vielleicht auch nicht ausreichen könnten. Ich wollte schon anrufen und fragen, wie viele Mitglieder der Schachclub habe, als mir auffiel, daß man aus seinen Bemerkungen über das Turnier die Anzahl der Mitglieder ermitteln konnte. Wissen auch Sie, wie viele Mitglieder der Schachclub „Weißer König“ hat?

Die Lösung des Juni-Cogitos: Meine Tochter Christine hatte ein 1000teiliges Puzzle geschenkt bekommen. Ich beobachtete sie beim Zusammensetzen und stellte mir die Frage, ob man mit der Strategie, erst einzelne Komplexe des Bildes zusammenzulegen – zum Beispiel Teile des Randes oder markante Bildstellen -, um diese dann als Ganzes in das Bild einzufügen, Züge einspart, also schneller zum Ziel kommt.

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Bevor man mit dem Zusammensetzen des Puzzles beginnt, besteht es aus 1000 einzelnen Teilen, am Ende ist es nur noch ein einziges Teil, nämlich das fertige Bild. Da sich mit jedem Zug die Anzahl der Teile um eines verringert, sind insgesamt 999 Züge notwendig. Welche Strategie man beim Zusammensetzen verfolgt, spielt dabei also keine Rolle.

Heinrich Hemme

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Oo|plas|ma  〈[o:o–] n.; –s, –plas|men; Biol.〉 Plasma der Eizelle; oV Ovoplasma ... mehr

Quin|ten|zir|kel  〈m. 5; Mus.〉 kreisförmige Aufzeichnung sämtlicher Tonarten, jeweils in Quinten fortschreitend, nach links die b–, nach rechts die Kreuz–Tonarten

Braun|stein  〈m. 1; unz.; Min.〉 dunkelstahlgraues, seidenglänzendes Mineral: Pyrolusit

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