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Allgemein

Der beste Uhrmacher…

Der beste Uhrmacher…

Elf Jahre arbeitete der Schweizer Uhrmacher Paul Gerber (oben) an der „Piguet/Muller/Gerber Grand Complication Watch“, die aus 1116 Einzelteilen besteht. Damit ist diese mechanische Armbanduhr (unten) die komplexeste der Welt. Der 1950 in Bern geborene Gerber betreibt seit 1993 zusammen mit seiner Frau und drei angestellten Uhrmachern in Zürich eine Werkstatt, in der er mechanische Uhren entwickelt und von Hand fertigt. Seine Werke kosten zwischen 10 000 und 50 000 Euro.

… und die komplizierteste Uhr der Welt

bild der wissenschaft: Herr Gerber, was ist das Besondere an einer handgefertigten mechanischen Uhr?

Gerber: Alle Einzelteile einer solchen Uhr werden in minutiöser Arbeit und Genauigkeit bearbeitet. Der persönliche Einsatz und das Herzblut des Uhrmachers leben in den handgefertigten mechanischen Uhren.

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bdw: Welche Art von Kunden haben Sie?

Gerber: Es sind Menschen, für die eine Uhr mehr ist als nur ein Instrument für die Zeitmessung. Sie schätzen es, an ihrem Arm ein mechanisches Meisterwerk zu tragen. Selten wandert eine Uhr „ nur“ in die Sammlung eines Uhrenliebhabers.

bdw: Wie lange brauchen Sie vom ersten Arbeitsschritt bis zur Fertigstellung einer Uhr?

Gerber: Von der Idee bis zum Prototyp vergehen Monate, vom Prototyp bis zur Fertigstellung können dann ein bis zwei Jahre vergehen.

bdw: Wie viele Uhren bauen Sie pro Jahr?

Gerber: Das ist schwierig zu sagen. Je nach Aufwand der einzelnen Modelle sind es nur ein paar oder zwei bis drei Dutzend. Daneben gibt es auch Anfertigungen, an denen wir mehrere Jahre arbeiten.

bdw: Die von Ihnen umgebaute „Piguet/Muller/Gerber Grand Complication Watch“ gilt als die komplizierteste Uhr der Welt. Was war das besonders Schwierige an dieser Uhr?

Gerber: Der Besitzer wollte, dass die Originalsubstanz der Uhr möglichst erhalten bleibt. Die Herausforderung bestand darin, die gewünschten Zusatzfunktionen so einzubauen, dass das Uhrwerk als einheitliches Bild in Erscheinung tritt, so als hätten all die zusätzlichen Teile immer dazugehört.

bdw: Sind Sie besonders geduldig?

Gerber: Ja, ich bin sehr geduldig. Voraussetzungen für den Beruf Uhrmacher sind Geduld und Freude an einem feinen Handwerk. Als Uhrenkonstrukteur braucht man ein riesiges Fachwissen und eine gute Kombinationsgabe.

bdw: Macht der Zusammenbau einer mechanischen Uhr immer Spaß, oder gibt es auch frustrierende Momente, wenn ein Teil nicht dahin passt, wo es eigentlich hin soll?

Gerber: Bei der Entstehung eines neuen Uhrwerks ist eine sehr lange und geduldige Vorarbeit erforderlich. Alle Teile müssen genau passend angefertigt werden. Das Zusammenbauen ist danach die Belohnung.

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