Der Leuchtturm von Jülich - wissenschaft.de
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Der Leuchtturm von Jülich

Der Blick von der Versuchsebene in rund 30 Meter Höhe zeigt ein riesiges Feld von gläsernen Quadraten. Über 2000 hochpräzise Spiegel stehen in Reih und Glied vor dem Solarturm am Stadtrand von Jülich. Mit einer Spiegelfläche von insgesamt 18 000 Quadratmetern konzentrieren sie das auftreffende Sonnenlicht bis zu tausendfach auf einen sogenannten Receiver an der Spitze des 60 Meter hohen Turms. Dazu führt eine ausgeklügelte Steuerung die Armada der Spiegel automatisch dem Lauf der Sonne am Himmel nach. Der 22 Quadratmeter große Receiver besteht aus einer schwarzen Keramik, die sich durch das konzentrierte Sonnenlicht auf bis zu 1000 Grad Celsius erhitzt. Luft, die durch kleine Öffnungen in der Keramik gesaugt wird, nimmt die Wärme auf und gibt sie in einem Abhitzekessel an Wasser ab. Das Wasser verdampft, und der heiße Dampf treibt eine Turbine an. So wird – nach dem gleichen Prinzip wie in einem Kohle- oder Gaskraftwerk – mithilfe von Sonnenenergie und mit einer Leistung von bis zu 1,5 Megawatt elektrischer Strom erzeugt. Der Dampf kondensiert, und das Wasser fließt zurück zum Kessel. Ein thermischer Speicher, der wie der Receiver aus einem keramischen Material besteht, kann die solare Wärme eine Stunde lang horten, um wolkige Wetterphasen zu überbrücken. „Der Solarturm Jülich, der Ende 2008 seinen Betrieb aufgenommen hat, soll die Leistungsfähigkeit der zukunftsweisenden solarthermischen Kraftwerkstechnologie demonstrieren“, sagt Thomas Hartz, Projektleiter des Solarthermischen Versuchskraftwerks bei den Stadtwerken Jülich. Einen Großteil der Technologie haben Forscher am Solar-Institut der FH Aachen entwickelt, die den innovativen Solarturm – zusammen mit Forschern des DLR – auch nutzen, um etwa den Receiver und die Software zur Nachführung der Spiegel zu optimieren. Die Stadtwerke Jülich (SWJ) betreiben den Turm, der von den Kraftanlagen München geplant und in nur zehn Monaten errichtet wurde. Der Bau wurde vom Bundesumweltministerium sowie von den Landesministerien in Nordrhein-Westfalen und Bayern gefördert. Den Strom speisen die SWJ in das regionale Versorgungsnetz ein.

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