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Der Preis des Präsidenten: Meßgerät und Laser für perfektes Sehen

Meßgerät und Laser für perfektes Sehen

Prof. Josef Bille vom Institut für Angewandte Physik der Universität Heidelberg hat ein Gerät erfunden, mit dem das Sehvermögen eines menschlichen Auges weit genauer als bisher vermessen werden kann. Außer diesem „adaptiven Wellenfront-Refraktor“ hat er einen medizinischen Laser konstruiert, der extrem kurze Lichtpulse aussendet und mit dem beispielsweise ganz gezielt Zellen vom Inneren der Augenhornhaut abgetragen werden können, ohne das umliegende Gewebe zu zerstören. „In einem Jahr wird es die Kombination von Wellenfront-Refraktor und Ultrakurzpuls-Laser Menschen ermöglichen, nicht nur normal – 100prozentig -, sondern 200prozentig zu sehen“, ist Bille überzeugt. Denn bislang schränken kleine Fehler in der Hornhaut oder der Linse auch bei Normalsichtigen das Sehvermögen ein. Mit dem neuen Refraktor genau vermessen, könnten diese Fehler durch den Ultrakurzpuls-Laser ausgemerzt werden. „Menschen werden dann so gut sehen, wie es ihre Netzhaut erlaubt – und das ist doppelt so gut, wie Normalsichtige heute sehen“, sagt Bille.

Die herkömmlichen Meßgeräte von Optikern oder Augenärzten ermitteln bei kleiner Pupille mit einem einzigen weißen Lichtstrahl, wie Hornhaut und Linse des Auges das Licht brechen. Bei Billes Wellenfront-Autorefraktor sendet ein schwacher Halbleiter-Laser dagegen ein großflächiges Lichtbündel aus rund 1000 Lichtstrahlen durch die weit geöffnete Pupille, wobei sich die Strahlen anschließend einzeln analysieren lassen. So werden auch die Randbereiche der Pupille erfaßt, wo selbst Normalsichtige optische Probleme haben. Bisher gab es dafür überhaupt keine Meßmöglichkeit. Bille hat Anfang dieses Jahres die Firma 20/10 Perfect Vision GmbH gegründet, die den adaptiven Wellenrefraktor vor drei Wochen in Orlando auf der Tagung der American Academy of Ophthamology der Fachwelt vorstellte. Kontaktlinsenhersteller arbeiten bereits mit dem Gerät, um individuelle Linsen entwerfen zu können, mit denen sich Fehler in den Randbereichen der Pupille ausgleichen lassen.Allerdings verschieben sich Kontaktlinsen oft, während sie getragen werden. Die Folge: Die Fehlerkorrekturen rutschen an die falsche Stelle. Bille selbst setzt daher auf den Ultrakurzpuls-Laser, mit dem die für perfektes Sehen notwendigen Veränderungen auf der Hornhaut dauerhaft eingeschrieben werden sollen. Daß mit ihm Gewebestrukturen, die kleiner als ein zehntel Millimeter sind, gezielt verdampft werden können, haben Tests an Blinden bewiesen.

Frank Frick / Josef Bille

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