Der Teppichboden - wissenschaft.de
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Allgemein

Der Teppichboden

„Wir brauchen für das Wohnzimmer unbedingt einen neuen Teppichboden“, sagte meine Frau vor ein paar Tagen beim Frühstück. „Enzianblaue Böden sind schon seit Jahren aus der Mode. Ich werde heute einen neuen kaufen. Miss doch mal rasch aus, wie groß er sein muss.“ Ich fand unseren alten Teppichboden zwar noch immer schön, aber meine Meinung war nicht gefragt, und so holte ich einen Zollstock und machte mich an die Arbeit. Am Abend erzählte mir meine Frau, sie habe einen wunderschönen, stahlblauen Teppichboden gekauft. Er sei zwar nicht ganz billig gewesen, aber jeden Cent wert und werde am Freitag geliefert. Wir könnten ihn dann am Wochenende verlegen. Wenn meine Frau „wir“ sagt, meint sie damit meistens nur mich allein. So war es auch diesmal. Ich räumte am Samstagvormittag alle Möbel aus dem Wohnzimmer und riss den alten Teppichboden heraus. Als ich dann den Neuen ausrollte, stellte ich fest, dass er zu schmal und zu lang war. Ich ging zu meiner Frau und sagte: „Unser Teppichboden hat die falschen Maße.“ „Dann hast du dich vermessen, denn ich habe ihn in genau der Größe gekauft, die du mir genannt hast.“ „ Der Teppichboden ist rechteckig, und die Grundfläche unseres Wohnzimmers ist ein Quadrat von 5 Meter mal 5 Meter Größe“, erklärte ich. „5 mal 5 ist 25, und 25 Quadratmeter Teppichboden habe ich auch gekauft“, erwiderte meine Frau. „Aber es kommt nicht nur auf den Größe an, sondern auch auf die Seitenlängen“, wandte ich ein. „Papperlapapp!“, sagte meine Frau. „Ihr Männer seid doch alle kleinkarierte Krämerseelen.“ Damit war die Angelegenheit für sie geklärt, und sie ließ mich mit dem Teppichboden allein. Ich überlegte, was ich machen könnte. Dass es, ohne den Teppichboden zu zerschneiden, nicht gehen würde, war klar. Aber wie, ohne ihn in Dutzende von Stücken zerschnippeln zu müssen? Meine Tochter hatte mich in meiner Ratlosigkeit schon eine ganze Weile beobachtet. Schließlich erbarmte sie sich. „ Warte einen Moment. Ich werde dir helfen“, sagte sie und verschwand. Nach ein paar Minuten kehrte sie mit einem Zollstock, einem Stück Schneiderkreide und einer Dachlatte zurück. Sie markierte mit der Schneiderkreide einen Punkt auf dem Teppichboden, der genau einem Meter von der hinteren langen Seite entfernt war. Dann benutzte sie die Dachlatte als Lineal und zog mit der Kreide zwei Linien von der vorderen linken Ecke durch den Punkt zur hinteren Seite und vom Punkt zur vorderen rechten Ecke. „So, das war’s!“, sagte Christina und stand auf. „Du brauchst jetzt nur noch mit dem Teppichmesser den Teppichboden entlang der beiden Linien in drei Stücke zu zerschneiden und diese dann auf dem Boden zu verlegen.“ Obwohl mir nicht ganz wohl dabei war, den teuren Teppich auf so seltsame Weise zu zerschneiden, tat ich es dennoch. Und tatsächlich: Die drei Stücke passten haargenau. Wissen Sie, wie lang und wie breit der Teppichboden war, den meine Frau gekauft hatte?

So machen Sie diesen Monat mit

Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 30. November 2013 an:

bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 11|13″

Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Februar-Heft 2014 auf der Leserbrief-Seite veröffentlicht.

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Zu gewinnen

Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden vier Kalender ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Kalender heißt „ Die Elemente – Bausteine unserer Welt 2014″. Hier stellt der amerikanische Fotograf und Wissenschaftsautor Theodore Gray zwölf bekannte und weniger bekannte chemische Elemente in prächtigen Bildern vor – darunter Lithium, Neon, Kupfer, Yttrium, Promethium und Gold. Die Fotos zeigen überraschende Blickwinkel auf diese Grundstoffe, deren Eigenschaften Gray in leicht verständlichen Texten beschrieben hat. Auch Details zur Forschungs- und Kulturgeschichte sowie zur technischen Anwendung werden genannt. Tabellen mit den wichtigsten wissenschaftlichen Fakten runden die ungewöhnliche Darstellung ab. Weitere Informationen: www.weingarten-kalender.de

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