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Bestandserfassung in den Gewässern der Galapagosinseln

Der ultimative Haifisch-Hotspot der Weltmeere

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Hammerhaie tummeln sich vor der Insel Darwin. (Bild: Enric Sala/National Geographic, from 'National Geographic Pristine Seas')
In allen Meeren tummeln sie sich – doch die größte Konzentration von Haifischen gibt es in den Gewässern der nördlichen Galapagosinseln, hat eine Bestandsaufnahme ergeben. Leider ist aber auch dieses Reich von Hammerhai und Co gefährdet und benötigt dringend Schutz.

12,4 Tonnen Haie pro Hektar: Zu diesem Ergebnis kamen Hochrechnungen anhand von Unterwasser-Aufnahmen von Kameras in den Gewässern um die nördlichen Galapagosinseln Darwin und Wolf. Darüber berichten Forscher der Charles Darwin Research Station (CDRS) und der National Geographic Society. Ihnen zufolge handelt es sich damit um die größte bekannte Konzentration von Hai-Biomasse weltweit. Sie stellt die anderer Haifisch-Hotspots in den Gewässern von Costa Rica oder im Indischen Ozean deutlich in den Schatten.

Vor allem Hammerhaie tummeln sich in den Gewässern rund um die beiden kleinen Inseln Darwin und Wolf, aber auch andere Arten, wie der Galapagoshai oder der riesige Walhai kommen hier häufig vor. Sie alle profitieren von dem gewaltigen Nahrungsangebot, den diese Meeresregion im Westen Südamerikas bietet: Die Gewässer sind voll von Fischen und anderen Meerestieren.

„Darwin und Wolf sind Juwelen der Galapagosinseln“

„Charles Darwin hat die Galapagosinseln berühmt gemacht, doch er ahnte sicherlich nicht, wie voll von Leben die dortige Unterwasserwelt ist“, sagt Enric Sala von der National Geographic Society. Sein Kollege Pelayo Salinas de Leon von der Charles Darwin Research Station betont in diesem Zusammenhang die herausragende Stellung der beiden nördlichen Inseln: „Darwin und Wolf sind Juwelen in der Krone der Galapagosinseln wegen ihrer Fülle von Haien und anderen Top-Räubern“.

Doch die Zukunft des Unterwasserparadieses ist in Gefahr, betonen die Forscher: Trotz der nach wie vor großen Zahl an Haien, ist die Fülle an Riff-Fischen auch in diesem Bereich wegen Überfischung bereits stark zurückgegangen. Denn das Gebiet wurde bisher nicht ausreichend vom Fischfang geschützt. Doch es gibt nun offenbar Hoffnung: Die Regierung von Ecuador hat im März 2016 die Absicht verkündet, ein Meeresschutzgebiet rund um Darwin und Wolf einzurichten. Vor dem Hintergrund der großen Bedeutung der Galapagosinseln für die Tourismusindustrie des südamerikanischen Staates und für das Wohl der Meereslebewesen hoffen die Forscher, dass das Vorhaben so schnell wie möglich umgesetzt wird.

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Originalarbeit der Forscher: Salinas de Leon P, Acuta-Marrero D, Rastoin E, Friedlander AM, Donovan MK, Sala E. (2016) Largest global shark biomass found in the northern Galapagos Islands of Darwin and Wolf. PeerJ 4:e1911 https:/​/​doi.​org/​10.​7717/​peerj.​1911

Photo by Enric Sala/National Geographic, from ‚National Geographic Pristine Seas‘
© natur.de – Martin Vieweg
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