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Derzeit starten jährlich rund

Derzeit starten jährlich rund 60 Satelliten ins All. Davon werden etwa 10 bis 15 in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht. Dort umkreisen insgesamt rund 950 aktive oder ausgediente Satelliten und Raketenstufen die Erde. Der weitaus größte Teil des Weltraummülls besteht aus Partikeln, die durch Explosionen von Satelliten oder Raketen entstanden sind. Bislang haben sich auf der geostationären Bahn 13 Explosionen ereignet (in allen Bahnhöhen zusammen beträgt deren Zahl 179). Ursache dafür können elektrochemische Reaktionen in nicht entleerten Batterien von Satelliten sein. Eine andere Explosionsquelle sind ausgebrannte Raketenstufen, mit denen Satelliten auf ihre Umlaufbahn befördert wurden. Durch porös werdende Wände können sich in ihnen Reste von Treibstoffen miteinander vermischen und eine Detonation auslösen. Als Folge einer Explosion entstehen Wolken von unzähligen Trümmerstücken, die sich über dem ganzen Globus ausbreiten.

Quellen von Weltraummüll sind daneben auch so genannte missionsbedingte Objekte. Dazu zählen Verschlüsse, Spannbänder oder Sprengbolzen, die bei der Trennung von Raketenstufen oder bei der Inbetriebnahme von Sensoren und Triebwerken an Bord eines Satelliten losgemacht werden.

Schlacke und Staub aus Feststofftriebwerken tragen ebenfalls zum Weltraummüll bei. Die in der Raumfahrt gebräuchlichen Feststofftriebwerke enthalten als Zusatz zum Treibstoff etwa 20 Prozent Aluminium, das den Wirkungsgrad des Triebwerks verbessert und Instabilitäten beim Abbrennen der Treibstoffe verhindert. Während des Abbrennens reagiert das Aluminium mit Sauerstoff zu Aluminiumoxid, das als teils mehrere Zentimeter große Schlacketeilchen ausgestoßen wird.

Tropfen aus einer Legierung von Natrium und Kalium stammen aus Kernreaktoren auf ehemaligen sowjetischen Satelliten, wo diese Legierung in den achtziger Jahren als Kühlmittel eingesetzt wurde. Die Tropfen sind bis etwa fünf Zentimeter groß. Ihr Anteil am Weltraummüll ist jedoch gering – ebenso wie der Anteil so genannter Ejecta und Farbpartikel. Ejecta sind Teilchen, die beim Einschlag kleinerer Objekte auf der Oberfläche von Satelliten oder Raumfähren freigesetzt werden. Farbpartikel lösen sich bei der Alterung von Oberflächen durch das Sonnenlicht und kosmische Strahlung.

Einen exotischen Beitrag zum Weltraummüll leisten Cluster aus mikrometerfeinen Kupferdrähten. Sie wurden Anfang der sechziger Jahre bei einem amerikanischen Experiment freigesetzt und sollten als Antennen für Radiowellen dienen.

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