Dichte graue Haare, riesenhafter - wissenschaft.de
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Dichte graue Haare, riesenhafter

Dichte graue Haare, riesenhafter Schnurrbart und ein einnehmend lächelndes großes rundes Gesicht erwarten den Besucher im Poly-PEDAL Lab. Robert Full, der 40-jährige Professor für Integrative Biologie freut sich über jeden Besucher, der sich für seine Forschung interessiert. „Als Kind hatte ich zwei große Interessen“, erinnert er sich, „Sport, vor allem Baseball – und ungewöhnliche Tiere.“ Beim Strandurlaub in Florida sah der zehnjährige Bob Krabben über den Strand flitzen: „Ich wollte unbedingt wissen, wie sie sich mit ihren sechs Beinen so schnell fortbewegen können.“

Full klingt immer noch begeistert wie ein Zehnjähriger, wenn er von seiner Arbeit erzählt. Nach der Highschool studierte er Biologie an der State University of New York in Buffalo. Zwei Jahre nach seiner Promotion erhielt er den Ruf nach Berkeley – zuerst noch als Zoologe, später bekam er einen Lehrstuhl für Integrative Biologie. Es folgte ein eigenes Labor – und schließlich ein eigenes Institut in Berkeley, das sich zur Zeit noch in der Entstehungsphase befindet.

Full arbeitet nicht nur mit ungewöhnlichen Tieren, sondern auch mit untypischen Mitarbeitern: jungen Studenten. In den letzten 15 Jahren haben in seinem Labor mehr als 60 Studenten mitgewirkt, die ihren Abschluss noch nicht gemacht haben – so genannte Undergraduates. In anderen Labors sind sie nicht gerne gesehen: Undergraduates bringen kaum Vorkenntnisse mit und kosten den fest angestellten Mitarbeitern eine Menge Zeit. Doch Full sieht das anders. Nicht umsonst hat er eine der höchsten Auszeichnungen erhalten, die die University of California in Berkeley zu vergeben hat: den „Distinguished Teaching Award“, eine Auszeichnung für hervorragende Lehrtätigkeit. „Ich wäre nicht da, wo ich heute bin, wenn sich nicht jemand um mich bemüht hätte, als ich noch Undergraduate war.“

Bob Full verlangt viel in seinen Kursen, doch er gibt auch viel: Er liebt es, mit den Leistungen seiner Studenten zu prahlen, und er nennt sie als Co-Autoren, wenn er in den hochrangigen Fachblättern Nature und Science veröffentlicht. „Es ist unglaublich, mit welchen Ideen die Undergraduates hier ankommen“, sagt er. In seinem Biomechatronics-Kurs muss jeder Student einen von der Natur inspirierten Roboter bauen. Eine der Schöpfungen aus dem Kurs steht in Fulls Regal: eine gelbschwarze Schlange aus Legosteinen.

Sie ist nicht allein. Aus den Regalen quillt das Spielzeug nur so hervor: Plüschkäfer und Plastikkrabben sitzen neben Actionfiguren aus dem Disney- Pixar-Kinofilm „A Bug’s Life“. Full konstruiert nicht nur Roboter, er berät auch Filmproduktionsfirmen. Zum Beispiel Pixar Animation, bekannt durch den Kassenschlager „Findet Nemo“. Dank Fulls Videoaufnahmen von Ameisen, Raupen und Kakerlaken konnten die Zeichentrick-Insekten in „A Bug’s Life“ lebensecht animiert werden. Auch in die Charakterzüge der Trickfilmdarsteller sollen seine Studien eingeflossen sein.

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Trotzdem: Kakerlaken werden im Film als üble Plage dargestellt. Offensichtlich hatte man Full hier nicht zu Rate gezogen. Wie sonst könnte den Hollywood-Filmemachern entgangen sein, was die Welt von Kakerlaken lernen kann?

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