DIE ALPEN WERDEN GEFÄHRLICH MÜRBE - wissenschaft.de
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DIE ALPEN WERDEN GEFÄHRLICH MÜRBE

Es wird ausführlich über die Veränderungen in den Alpen berichtet. Als Fazit wird dann von einer „Alpenkatastrophe“ gesprochen. Wieder einmal ist dies eine vollkommen falsche Sichtweise. Es gibt eine laute Gruppe von Wissenschaftlern oder solchen, die sich dafür halten, die proklamieren, jede Änderung sei schädlich und die Umwelt, wie sie derzeit existiert oder vor wenigen Jahrzehnten aussah, müsste unbedingt erhalten werden. Das Idealbild ist dabei die Umweltsituation vor Einsetzen der Industriellen Revolution.

Diese Umweltromantiker verkennen jedoch, dass dies nur ein winziger Ausschnitt der geologischen Geschichte ist! Dass es in den Alpen zu Felsstürzen in höherem Ausmaß kommt, mag für die Betroffe- nen eine Katastrophe sein. Geologisch gesehen ist dies aber ein natürlicher Vorgang. Die Alpen sind nun mal ein Faltengebirge, das wächst und erodiert.

Wenn ich die Zeichnung des Gletschers von 1850 sehe, die als Vorbild genannt wird, frage ich mich: Warum nimmt man nicht den Gletscher ein paar Hundert Jahre früher? Da war er nämlich gar nicht da. Der Klimawandel mag die Vorgänge beschleunigen, aber diese kurzsichtige Sichtweise bringt uns überhaupt nicht weiter. Und solche tendenziösen Artikel passen auch nicht gut in bild der wissenschaft.

Harro Hieronimus, per E-Mail

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass auf den Artikel „ Die Alpen werden gefährlich mürbe“ der Artikel „Kristalle aus der Tiefe“ folgt. Werden im ersten Artikel die Folgen des Klimawandels eindrücklich beschrieben und dieser auch explizit als Ursache des Problems benannt, erschöpft sich im zweiten Artikel die Betrachtung der Risiken auf den möglichen Austritt von „äußerst klimaschädlichem“ Methan beim Abbau, was das „eine Problem“ wäre, das es noch zu lösen gilt.

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Interessant wäre die Betrachtung der ökologischen Auswirkungen der Verbrennung von Methan, die leider ausgespart wurde: Im günstigsten Fall entsteht immerhin ein CO2-Molekül auf zwei H2O-Moleküle. Wenn man, wie im Artikel als Potenzial angedeutet, damit den Energiebedarf die nächsten 100 bis 1000 Jahre decken kann, kommt einiges an CO2 in die Atmosphäre.

Ein weiterer Punkt, der mir aus verschiedenen Berichterstattungen im Gedächtnis geblieben ist, wäre die Rolle des Methan-Eises als Bindemittel der unterseeischen Hänge der Kontinentalplatten. So wurde immer wieder behauptet, dass ein durch Erwärmung bedingtes Austreten des Methanhydrats oder eben auch ein Abbau diese Hänge instabil machen könnte, sodass bei einem Erdrutsch im Meer schlimmstenfalls ein Tsunami entstünde.

Man hat den Eindruck, dass – eventuell aus wirtschaftlichen Interessen der Industrie – in der Öffentlichkeit mal wieder die positiven Effekte hochgehalten, jedoch die kritischen Potenziale ausgeblendet werden.

Gunther Hißler, per E-Mail

HUNGERN FÜR EIN LANGES LEBEN

Nachgehakt, Heft 5/2009

Ich finde es beschämend, wenn in einem Artikel in bild der wissenschaft physikali- sche Einheiten nicht gesetzeskonform (nicht verordnungsgerecht) benutzt werden. So in dem Artikel von Désirée Karge in „Hungern für ein langes Leben“. Dort steht zu lesen: „Sie dürfen aber täglich nicht mehr als 1800 Kalorien zu sich nehmen.“

Nun sollte man meinen, dass eine Journalistin oder das männliche Pendant davon aus schulischer und beruflicher Ausbildung wissen müsste, dass die Einheit „Kalorie“ in Deutschland seit vielen Jahren im geschäftlichen und amtlichen Verkehr nicht mehr verwendet werden darf. Im Einheiten- und Zeitgesetz (Ursprüngliche Fassung vom 2. Juli 1969, BGBl. I, Seite 709; Inkrafttreten der letzten Änderung: 12. Juli 2008, Artikel 6 G vom 3. Juli 2008) steht:

„Damit dürfen in Deutschland im geschäftlichen und amtlichen Verkehr nur gesetzliche Einheiten verwendet werden, sofern das Einheiten- und Zeitgesetz keine Ausnahme vorsieht; Zuwiderhandlungen im geschäftlichen Verkehr stellen Ordnungswidrigkeiten dar.“ (Im Internet unter: de.wikipedia.org/wiki/ Einheiten-_und_Zeitgesetz).

In diesem Fall wäre die Einheit Joule (J) oder Kilojoule (kJ) korrekt. Es ist jedoch nicht nur die unzulässige Verwendung der Einheit Kalorie (cal). Der veröffentlichte Wert „1800 Kalorien“ ist auch um den Faktor 1000 (kilo) zu klein. Wenn schon Kalorie, dann 1 800 000 cal (Kalorien) oder 1800 kcal (Kilokalorien). Der ursächliche Artikel „Länger leben mit Biosphere-2-Diät“, Heft 4/1999, Seite 29, erleichtert mir Nachsichtigkeit gegenüber der Autorin. Steht doch auch dort zu lesen: „Pro Tag durfte jeder nicht mehr als 1800 Kalorien zu sich nehmen.“ Na dann: Gutes Verhungern.

Günther Faust, per E-Mail

DIE JÄGER DER KREBSSTAMMZELLEN

Heft 5/2009

Auf Seite 37 kürzen Sie die Chronisch Lymphatische Leukämie mit CML ab. Die korrekte Abkürzung wäre CLL. Bei der CML handelt es sich um die Chronisch Myeloische Leukämie, die, wie Sie auch erwähnen, mit Imatinib behandelt wird.

Marc Telenta, per E-Mail

Der Leser hat recht, CLL ist die richtige Abkürzung. Wir bitten um Entschuldigung. Die Redaktion

HIRNDOPING – LASSEN SIE’S LIEBER!

Heft 4/2009

Mit großer Sorge ist festzustellen, dass die Verordnung von Ritalin und ähnlichen Medikamenten zur Steigerung der kindlichen Konzentration zunehmend von Eltern oder sogar Lehrern gefordert wird. Nicht mehr die medizinische Indikation „ Impulskontrollstörung mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizit“, sondern die vage Vermutung einer schlechten Konzentra- tion dient als Begründung. Dabei sind weder „Konzentration“ noch „Konzentrationsstörung“ exakt messbar oder definiert.

Leider geben oft auch Kinder- und Jugendpsychiater und viele Kinderärzte den elterlichen Wünschen nach, um die Schulnoten etwas zu verbessern und den täglich Kampf bei den Hausaufgaben zu vermeiden. Mein Einwand, Ritalin sei ein Abkömmling von Speed, ignorieren viele Eltern. Die Pharmawerbung für Stimulanzien hat sich übrigens immens gesteigert.

Dr. med. Rüdiger Mende,

Kinder- und Jugendarzt, Coburg

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Der|mo|plas|tik  〈f. 20〉 1 〈Med.〉 = Hautplastik 2 〈Zool.〉 Verfahren zur möglichst lebensgetreuen Präparation größerer Tiere ... mehr

Fi|a|le  〈f. 19; Arch.〉 Türmchen über Strebepfeilern [<grch. phiale ... mehr

per|oral  〈Adj.; Med.〉 durch den Mund (einzunehmen, einzuführen) [<lat. per ... mehr

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