Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Allgemein

„Die Angst vor Google, Facebook und der NSA ist irrational“

Viktor Mayer-SchönbergeR ist Professor für Internet-Verwaltung und -Regulierung an der Universität Oxford. Er findet das Sammeln und Nutzen großer Datenmengen in der intelligenten Stadt nicht grundsätzlich problematisch, fordert jedoch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Daten.

In der Stadt der Zukunft werden immer mehr Entscheidungen auf der Grundlage von Daten getroffen. Macht das unser Leben besser?

Diese Frage lässt sich nicht eindimensional beantworten. Denn neben den Gefahren, die von der falschen Verwendung von Daten ausgehen, helfen sie uns, die Lebensqualität zu verbessern.

Inwiefern?

Seit dem 20. Jahrhundert ist das Stadtleben gesünder als das Landleben. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte und haben große Erwartungen an die Lokalpolitiker. Aber diese treffen viele Entscheidungen suboptimal, weil sie zu wenige Fakten kennen. Eine Smart City ist erst einmal nichts anderes als eine Informationsinfrastruktur und vom Grundsatz her etwas Gutes. Wir brauchen sie, um zu wissen, was den Menschen wichtig ist, wo sie sich gerne aufhalten und wohlfühlen. Das ist etwas zutiefst Pragmatisches.

Anzeige

Viele Menschen fürchten, dass ihre Daten in falsche Hände geraten. Wie sehen Sie das?

Der Zug ist ohnehin abgefahren: Dass ich selbst über meine Daten bestimmen kann, ist eine romantische Vorstellung. Wir müssen weg von dem Wunsch, das Datensammeln zu beeinflussen. Wir können den Prozess nicht aufhalten, aber das ist auch nicht das Hauptproblem.

Nach dem NSA-Skandal sehen das aber viele als Problem an.

Diese Angst vor Google, Facebook und der NSA ist ein Stück irrational. Ob jemand in der lokalen Gemeinschaft ständig überwacht wird, ist doch viel entscheidender, als ob er von der NSA überwacht wird. Die Konsequenzen fühlt er eher.

Was wären die negativen Konsequenzen von Datenmissbrauch in der Smart City?

Wer viele Daten aus dem persönlichen Leben von Menschen hat, kann negative Big-Data- Vorhersagen machen – beispielsweise: Dieser Mann weist viele Eigenschaften auf, die ein aggressives Fahrverhalten begünstigen. Er bekommt deshalb keinen Führerschein. Oder: Diese Frau ist eine Nierentransplantation nicht wert, denn der Algorithmus hat berechnet, dass sie die notwendigen Medikamente nicht nehmen wird. Solche Vorhersagen haben drastische Auswirkungen, wenn sie dazu benutzt werden, die Menschen an das System anzupassen statt umgekehrt.

Schränken die Entscheidungsprozesse in einer intelligenten Stadt also unsere Freiheit ein?

Nein, das muss nicht sein. Es kommt darauf an, wie die Daten verwendet werden. Benutzen wir sie, um unser Leben zu verbessern? Passen wir also das System an den Menschen an? Oder sortieren wir risikobehaftete Menschen aus?

Haben wir das denn in der Hand?

Wir können das mit nationalen, maximal europaweiten Gesetzen regeln. Denn wichtig ist nicht, wer die Daten hat, sondern welche Entscheidungen eine Gesellschaft mit ihnen treffen will. Das liegt nicht in der Hand von großen Unternehmen in Kalifornien, sondern in der des Bürgermeisters von Hintertupfingen.

Anzeige
Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Oro|gra|fie  〈f. 19; Geogr.〉 Beschreibung der Erdoberfläche, Geomorphologie; oV Orographie … mehr

Amy|la|se  〈f. 19; Chem.〉 Enzym, das Stärke zu Maltose (Malzzucker) abbaut; Sy Diastase … mehr

An|ti|pas|sat  〈m. 1; unz.; Meteor.〉 = Gegenpassat [<grch. anti … mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]