Die Epoche der Klostermedizin - wissenschaft.de
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Die Epoche der Klostermedizin

Über ein halbes Jahrtausend lang, vom 7. bis ins 12. Jahrhundert, hatten die Klöster eine Monopolstellung in der Gesundheitspflege und der Medizinforschung. Mönche und Nonnen legten Kräutergärten an und befassten sich mit Heilpflanzen und deren Anwendungen. Sie studierten antike medizinische Schriften und sammelten Erfahrungen aus der Volksheilkunde.

Der heilige Benedikt legte bei der Gründung seiner Mönchsgemeinschaft in Kapitel 36 seiner Ordensregel fest, dass es die vornehmste Aufgabe des Mönches sei, Kranke zu pflegen. In jedem Konvent der Benediktiner sollte sich ein Bruder gezielt der medizinischen Versorgung widmen. Der Gedanke der Barmherzigkeit, der Caritas, setzte sich durch: Die Mönche und Nonnen betrachteten die Behandlung von Kranken als eine Begegnung mit Christus.

Im Laufe der Jahrhunderte brachten die Klöster eine gewaltige Gesundheitsreform auf den Weg: Sie richteten Spitäler ein, die eine gleich gute medizinische Versorgung für jedermann ermöglichten: für die Ordensmitglieder, für Pilger und schließlich auch für die Bevölkerung, die in der Umgebung des Klosters lebte.

Auch wenn die Mönche und Nonnen des Mittelalters noch weit von der modernen Schulmedizin entfernt waren, so trennten sie meist doch klar zwischen kirchlichen und medizinischen Traditionen: Sie rezipierten medizinische Texte aus der Antike, obwohl diese von Heiden verfasst worden waren, und sie betrachteten Krankheiten als Zustände, die behandelt werden können, und nicht als gottgewollte Strafen, die der Mensch einfach hinnehmen muss. Das Ende der Epoche der Klostermedizin kam im 12. Jahrhundert. Mit der Gründung der ersten Medizinhochschule im italienischen Salerno begann um 1150 die moderne Medizin. Zunehmend wurden in den Klöstern keine eigenständigen Werke zur Heilkunde mehr verfasst. Die Forschung trieben fortan ausschließlich die Universitä- ten voran.

Jan Jublinsiki

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