„Die Kunst des Genießens" von Gisèle Harrus-Révidi - wissenschaft.de
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„Die Kunst des Genießens“ von Gisèle Harrus-Révidi

„Die Kunst des Genießens“ – ein typisch französisches Thema, könnte man meinen. Doch der deutsche Titel ist irreführend. Tatsächlich geht es um die „Psychoanalyse de la Gourmandise“ (die Psychoanalyse der Völlerei), wie das Buch im französischen Original heißt.

Die Psychoanalytikerin Gisèle Harrus-Révidi präsentiert darin viele Informationen, Gedanken und Hypothesen zur Bedeutung des Mundes. Dabei variiert sie das Thema, wie bei einem lukullischen Menü, in verschiedenen Gängen – den Kapiteln: Serviert werden „Wörter des Geschmacks und Geschmack der Wörter“, „Vom oralen Begehren zum Leiden“ oder „Die Gastronomie der Affekte“.

Wer macht sich schon klar, wie sehr Essen mit allen anderen Sinnen – wie Sehen, Fühlen, Riechen – verknüpft ist? Eine überzeugende These der Autorin lautet: Wer lernt, differenziert zu schmecken, der ist auch in der Lage, sich sprachlich differenziert auszudrücken. Ein Aspekt, vor dem Fertignahrung für Babys und Kleinkinder in einem ganz neuen Licht erscheint.

Die Autorin hat bei ihrer Recherche psychoanalytische Quellen genutzt, aber auch Mythen, Fabeln, Volksweisheiten und Religion. Allerdings wird die Leselust teilweise beeinträchtigt durch zu schwere Kost: Fach- und Fremdwörter.

Auf jeden Fall regt das Buch an zum Nachdenken über das Leben und Überleben in Not und Überfluß – und geht somit weit über eine mundgerechte Aufbereitung des Themas hinaus.

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Gisèle Harrus-Révidi DIE KUNST DES GENIESSENS Eßkultur und Lebenslust Artemis und Winkler, Düsseldorf, Zürich, 1996, 208 S. DM 44,-

Ulrich Oltersdorf

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