Die Schlaglichter der Forschung: Rauchfahnen im All - wissenschaft.de
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Die Schlaglichter der Forschung: Rauchfahnen im All

Die oft überraschend auftauchenden Schweifsterne gaben schon den ersten Himmelsdeutern Rätsel auf. Vor allem ihre Schweife reizten die Astronomen: Warum gibt es sie überhaupt, woraus bestehen sie, warum weisen sie stets von der Sonne weg?

Fast alle helleren Kometen haben neben dem für das Auge auffälligen gekrümmten Staubschweif einen geraden Gasschweif. Seine Länge kann Millionen von Kilometern erreichen. Für das Entstehen dieses Schweifs lieferte der Strahlungsdruck des Sonnenlichts eine befriedigende Erklärung, nicht aber für die Beschleunigungen in den Gasschweifen: Es wurden Geschwindigkeiten bis zu einigen hundert Kilometern pro Sekunde beobachtet.

Ludwig Biermann vom damals noch in Göttingen ansässigen Max-Planck- Institut für Physik postulierte aus diesen Gründen 1951 die Existenz einer ständig von der Sonne ausgehenden Teilchenstrahlung. Sie sollte die aus dem Kometenkern verdampfenden Moleküle mit sich reißen. Diese zunächst rein theoretische Annahme Ludwig Biermann erkannte, daß von der Sonne ein gleichmäßig wehender Wind ausgeht, der den dünnen, geraden Gasschweif der Kometen erzeugt (links der Komet West von 1976).

eines ständig von der Sonne in alle Richtungen wehenden „Sonnenwindes“ – der Begriff wurde 1958 eingeführt – fand fast ein Jahrzehnt später eine glänzende Bestätigung. Vor allem die Messungen der amerikanischen Venussonde Mariner 2 erlaubten es im Herbst 1962, die Eigenschaften der solaren Teilchenstrahlung quantitativ zu bestimmen.

Die Kometenschweife sind also tatsächlich „Rauchfahnen“ im Kosmos, die die Richtung und die ungefähre Geschwindigkeit einer unsichtbaren Strömung anzeigen, des Biermannschen Sonnenwindes.

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Michael Globig

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