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„DIE TESTS REICHEN NICHT AUS“

MICHAEL TSOKOS ist Leiter der Rechtsmedizin der Berliner Universitätsklinik Charité.

An Ihren Instituten wird keinerlei Leichengewebe für Transplantationszwecke entnommen. Warum nicht?

Die postmortalen Bluttests, die es etwa bei der Knochenentnahme gibt, schließen derzeit nicht alle Erkrankungen aus, von denen Spender betroffen sein könnten. Autoimmunerkrankungen und Tumoren werden überhaupt nicht erfasst.

Anders als Organe werden Gewebe vor der Transplantation teils aufwändig bearbeitet. Ist damit nicht ausgeschlossen, dass noch Erreger vorhanden sind?

Die Logik leuchtet mir nicht ein. Warum sucht man nach Erregern, wenn die Bearbeitungsverfahren so sicher sind? Ich bin überzeugt, wenn man genau hinschaut, findet man Infektionen durch transplantiertes Gewebe. Allerdings sind die Sicherheitsstandards in Deutschland recht hoch.

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Sind bereits Firmen an Sie herangetreten, die mit Gewebe handeln?

Wir waren vor einiger Zeit mit Firmen in Verhandlung und haben ihnen mitgeteilt, prinzipiell sei eine Gewebeentnahme möglich, aber es müssten zusätzliche Tests durchgeführt werden. Daraufhin hieß es, man sei nicht interessiert.

Mehr Sicherheit müsste doch im Interesse der Firmen sein.

Es war denen nicht recht, dass mehr Aufwand betrieben werden sollte. Das kostet Geld, und vermutlich müsste mehr Rohmaterial als bisher verworfen werden.

Weil potenzielle Spender von der Verwertung ausgeschlossen würden?

Ich nehme an, das ist der Hauptgrund. Wenn man zehn potenzielle Spender hat und drei fallen aufgrund von Infektionen weg, dann mindert das den Profit.

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