Die teure Aids-Forschung an neuen - wissenschaft.de
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Die teure Aids-Forschung an neuen

Die teure Aids-Forschung an neuen Medikamenten überlässt man in Afrika vorerst noch dem industrialisierten Norden. „Bei uns geht es vor allem darum, wie wir die Kosten senken können, ohne die Qualität bei Aids-Tests und Behandlungen zu verschlechtern“, sagt Deborah Glencross, Molekularmedizinerin an der University of the Witwatersrand. „Denn Geld ist ein riesiges Problem.“

Glencross hat vor Kurzem die Bestimmung der CD4-Immunzellzahl mithilfe von Zellzähl-Automaten extrem vereinfacht und so die Kosten auf unter zehn Prozent des bisherigen Preises gesenkt. Dadurch lassen sich Zellbestimmungs-Labors auch abseits der großen Städte einrichten. Das ist besonders wichtig in einem riesigen Land wie Botswana, das fast doppelt so groß ist wie Deutschland, aber nur knapp zwei Millionen Einwohner hat. Hier dauert es manchmal mehrere Tage, bis die Blutproben endlich in einem Labor ankommen.

Mark Kline, Kinderarzt am Botswana-Baylor-Kinderkrankenhaus, zeigt, wie einfach es sein kann, Leben zu retten. Stolz präsentiert er eine faltbare, in Kunststoff eingeschweißte Pappkarte mit einer Tabelle: „Die Behandlung von Kindern mit Aids ist schwierig, weil die Medikamente für Erwachsene hergestellt werden. Aber Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie haben zum Beispiel einen anderen Stoffwechsel und verarbeiten die Arzneimittel anders.“ Die Ärzte haben zwar Erfahrungen bei der Behandlung von Kindern gesammelt, und es gibt komplizierte Formeln für verschiedene Medikamente, in die Alter, Gewicht und Größe des erkrankten Kinders eingehen, aber im Trubel einer Klinik war das oft zu kompliziert. „Als Konsequenz wurden Kinder oft nicht behandelt“, sagt Kline. „Wir haben alle bisherigen Ergebnisse zusammengetragen und neu berechnet, so dass der Arzt jetzt tatsächlich nur noch das Gewicht des Kindes kennen muss. Und wir haben alles in diese einfache Tabelle gebracht, die sich ein Arzt in den Kittel stecken kann.“

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