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Die weltweit nur etwa 200 Pilzarten

Die weltweit nur etwa 200 Pilzarten der Gattung Glomales haben keinen oberirdischen Fruchtkörper. Doch ihre unterirdischen Fäden verbünden sich mit rund 200 000 Pflanzenarten zum System der „ arbuskulären Mykorrhiza“ (AM). Es ist die meist verbreitete Form einer Pilz-Pflanzen-Partnerschaft zum gegenseitigen Nutzen. Farne, Moose, Gräser, krautige Blütenpflanzen, aber auch Bäume wie Esche, Ahorn, Kirsche und Rosskastanie laden mit molekularen Signalen die Pilzfäden ein, sich über das gesamte Wurzelwerk auszubreiten. Sie stülpen sich direkt in die Zellen ein, ohne etwas zu zerstören – als würde man mit einer Hand in einen schlaffen Luftballon drücken. Auf diese Weise umgeben die Zellen die Pilzfäden. Diese verästeln sich fein zu einer baumartigen Struktur, um eine möglichst große Oberfläche für den Stoffaustausch zu schaffen. Die Bezeichnung „arbuskulär“ stammt entsprechend vom lateinischen Wort „arbusculum“ für „Bäumchen“ ab. Steinpilz und Pfifferling, Marone und Morchel – die spektakulären Speisepilze mit ihrem oberirdischen Fruchtkörper bilden die seltenere Form der Mykorrhiza, die so genannte Ektomykorrhiza. Wie mit einem Filzmantel umspinnen die unterirdischen Fäden der Pilze nur die Wurzelspitzen von Pflanzen, dringen aber nicht in deren Zellen ein. Fast nur Bäume in gemäßigten und kalten Klimazonen gehen diesen Bündnisart ein – in Mitteleuropa etwa Buche, Eiche, Birke, Fichte, Tanne oder Kiefer. Die Ektomykorrhiza entstand, als vor etwa 130 Millionen Jahren Nadelbäume die Welt eroberten und deren organische Streu samt Phosphat und Stickstoff nicht von der bis dato allein vorkommenden arbuskulären Mykorrhiza verwertet werden konnte. Biologen schätzen, dass sich etwa 5000 verschiedene Pilzarten über eine Ektomykorrhiza mit Bäumen vergesellschaften.

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