Ein Tag auf der internationalen Raumstation - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Allgemein

Ein Tag auf der internationalen Raumstation

Der Morgen auf der ISS beginnt mit dem Läuten des Weckers. Es lässt die Astronauten aus ihren Träumen in Schlafsäcken aufschrecken, die an der Wand der Station befestigt sind. Die Schlafplätze befinden sich stets in der Nähe eines Ventilators, denn warme Luft steigt im All nicht nach oben. Ohne Lüfter würden die schlafenden Astronauten in einer Blase aus ausgeatmetem Kohlendioxid ersticken. Der Nachteil der Ventilatoren und Luftfilter: Zusammen mit zahlreichen anderen Geräten machen sie einen Höllenlärm. Nach dem Aufstehen bewegen sich die Astronauten meist in einer gekrümmten Haltung – ähnlich wie ein Embryo im Mutterleib – durch die Station. Die Kleidung wird jeden Tag gewechselt – und dann weggeworfen. Denn eine Waschmaschine gibt es nicht. Duschen ist jedoch möglich. Das Wasser, das aus einer Brause an der Decke strömt, wird durch einen Luftstrom am Boden wieder eingesaugt, damit sich die Tropfen nicht in der ganzen Station verteilen. Schwierig ist die Morgentoilette vor allem für die Männer an Bord: Durch die Oberflächenspannung bleiben Wasser und Rasierschaum im Gesicht kleben, während Creme und Bartstoppeln hartnäckig an der Rasierklinge haften.

Elektrisches Rasieren ist nur direkt an einem Luftabsauger möglich, um die Barthaare am Davonfliegen zu hindern. Um ihr Geschäft zu verrichten, müssen sich die Astronauten auf dem Toilettensitz festschnallen. Die Toiletten auf der ISS benutzen kein Wasser. Stattdessen sorgt ein kräftiger Luftstrom dafür, dass die Exkremente durch eine Öffnung unter dem Sitz abgesaugt werden.

Drei Mahlzeiten gibt es pro Tag. Dabei haben die Astronauten die Wahl: Keksgebäck, Früchte, Suppe oder Nudeln. Suppen und Getränke sind in Tüten verpackt und werden mit einem Strohhalm getrunken, feste Speisen können mit Messer und Gabel gegessen werden – Magnete halten dabei die Utensilien auf dem Esstisch fest. Salz und Pfeffer gibt es nur in flüssiger Form, denn die Gewürze als Pulver auf die Speisen zu streuen wäre in der Schwerelosigkeit unmöglich.

Den größten Teil der Tages verbringen die Astronauten damit, Experimente zu überwachen und routinemäßige Wartungsarbeiten an der Ausrüstung der Station zu erledigen. Zu den angenehmeren Dingen gehört das mehrstündige Training auf einem Laufband oder Fahrrad. Die sportlichen Übungen sind nötig, um zu verhindern, dass sich Muskeln und Knochen in der Schwerelosigkeit abbauen. Bevor die Astronauten am Abend zu Bett gehen, haben sie Zeit für ein wenig Entspannung. Sie schreiben E-Mails nach Hause, schauen Videofilme, kommunizieren per Funk mit der Erde oder betrachten durch ein Fenster den blauen Planeten unter ihnen, über dem etwa aller anderthalb Stunden aufs Neue die Sonne aufgeht.

Ralf Butscher

Anzeige

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

mi|ni  〈Adj., adv. u. präd.; Mode〉 sehr kurz ● sie trägt gerne, heute, oft ~ [<lat. minimum ... mehr

Sei|den|äff|chen  〈n. 14; Zool.〉 1 = Pinseläffchen 2 Mitglied einer Affengattung mit seidener Mähne: Guereza ... mehr

Mond|fisch  〈m. 1; Zool.〉 Hochseefisch mit scheibenartig seitlich abgeplattetem Körper: Orthagoriscus Mola

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige