Eisprung macht findiger - wissenschaft.de
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Eisprung macht findiger

Frauen sind um die Zeit des Eisprungs herum nicht nur – laut Forscherbefund – attraktiver, sondern anscheinend verändert sich auch ihr Gehirnvolumen im Lauf des Menstruationszyklus. Das haben Forscher um Belinda Pletzer von der Universität Salzburg entdeckt, als sie die Gehirne von 14 Frauen jeweils zu Beginn des Zyklus und kurz nach dem Eisprung mittels Kernspintomographie untersuchten.

Vor allem der rechte Gyrus parahippocampalis und der Gyrus fusiformis, zwei im Schläfenlappen befindliche Abschnitte der Großhirnrinde, legten im Lauf des Zyklus deutlich an Größe zu. Zum Teil registrierten die Forscher ein Wachstum um bis zu zwei Prozent. Der Effekt war allerdings vorübergehend: Nach dem Eisprung sorgte der Anstieg des Hormons Progesteron dafür, dass die Regionen wieder auf ihre ursprüngliche Größe schrumpften. Beide Hirnareale gelten als Schlüsselstellen für die Wahrnehmung: Im Gyrus fusiformis liegt eine Region, die essenziell für das Erkennen von Gesichtern zu sein scheint, und im Gyrus parahippocampalis gibt es einen Bereich, der auf räumliche Strukturen spezialisiert ist. Möglicherweise hilft das Aufrüsten gerade dieser beiden Bereiche den Frauen dabei, den optimalen Partner zu finden – und zwar genau zu der Zeit ihres Zyklus, in der sie am fruchtbarsten sind, spekulieren die Forscher.

Bei Frauen, die die Pille nehmen, lässt sich kein solcher Effekt nachweisen. Die künstliche Hormonzufuhr scheint jedoch andere Bereiche des Hirns zu beeinflussen: Bei den betreffenden Frauen waren Hippocampus und Kleinhirn – die für Gedächtnis und Bewegungssteuerung zuständig sind – ungewöhnlich groß. Die Pille könnte deshalb typisch weibliche Fähigkeiten wie ein gutes Sprachgefühl und ein gutes Erinnerungsvermögen verstärken, vermutet Studienleiterin Belinda Pletzer.

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