Für den Artenschutz fordern Forscher stärkere Rolle der Zoos Erhalt hinter Gittern - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Für den Artenschutz fordern Forscher stärkere Rolle der Zoos

Erhalt hinter Gittern

Die Bedeutung der Zoos für den Arterhalt dürfe nicht unterschätzt werden, betonen Dalia Conde und Alexander Scheuerlein. „In einzelnen Zoos ist die Zahl der bedrohten Arten und der Individuen zwar gering“, sagen die Biologen, die am Max-Planck-Institut für Demografische Forschung im Arbeitsbereich Evolutionäre Biodemografie forschen. „Schließen sich mehrere Institutionen zusammen, steckt in den Zoologischen Gärten aber insgesamt ein beachtliches Potenzial für die Nachzucht bedrohter Tierarten.“

Die Science-Autoren plädieren für die Einrichtung von „Spezialistenzoos“, die sich auf die Aufzucht einer oder weniger Arten konzentrieren: „Spezialisierung erhöht in der Regel den Zuchterfolg“, sag Conde und Scheuerlein. „In den jeweiligen Zoos können die Tiere „geparkt“ werden, bis sie in freier Natur wieder eine Chance zum Überleben haben und ausgewildert werden können.“ Coautor Nate Flesness, der wissenschaftliche Direktor von ISIS, betont weiterhin dass es sinnvoll sei, Tiere rechtzeitig in Zuchtprogramme aufzunehmen, bevor ihr Bestand in freier Wildbahn zu stark dezimiert ist. „Die Zoos sollten nicht als Notaufnahme angesehen werden, da die Erfolgschancen bei der Aufzucht geringer sind, wenn die letzten, schon geschwächten Individuen einer Art dafür eingesetzt werden müssen.“

Wie erfolgreich die Nachzucht in Gefangenschaft die Arterhaltung fördert, stellte kürzlich auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) fest: Unter den 68 Wirbeltierarten, deren Gefährdungsstatus sie wieder herabstufen konnte, habe die Nachzucht in Tierparks bei 17 Spezies eine entscheidende Rolle gespielt. Darunter waren unter anderem das Asiatische Wildpferd („Przewalski-Pferd“), der Schwarzfußiltis aus der Familie der Marder und der Geier „Kalifornischer Kondor“.

Zuchtprogramme in Zoos liefern außerdem neue demografische Daten, die dem Artenschutz dienen: Wann beginnt bei einer Tierart die Geschlechtsreife? Wie groß sind die Gelege? In welchem Abstand vermehrt sich eine Art? „Von vielen Tierarten sind solche fundamentalen Daten zu ihrer demografischen Entwicklung nicht bekannt“, sag Dalia Conde und Alexander Scheuerlein. „Sie werden aber dringend gebraucht, um die zukünftige Entwicklung einer Art und ihre Überlebenschancen in freier Wildbahn einschätzen zu können“.

http://www.mpg.de/1232149/Zoo_Erhalt_Artenvielfalt

Anzeige

Bild: Fotolia
© natur.de – natur Redaktion
Anzeige

natur | Aktuelles Heft

Aktueller Buchtipp

natur-Sonderausgabe 2019

Landwirtschaft 4.0
Wie Technik, Tierschutz und Bio-Standards eine Branche verändern

Anzeige

Grünstoff – der Medientipp des Monats

Wissenschaftslexikon

Was|ser|heil|ver|fah|ren  〈n. 14; unz.〉 Behandlung mit kaltem od. warmem Wasser zu Heilzwecken; Sy Hydrotherapie ... mehr

♦ An|glai|se  〈[ãglz] f. 19; Mus.〉 aus dem engl. Volkstanz entwickelter, mäßig schneller Reihen–Gesellschaftstanz im 18./19. Jh., meist im 2 / 2 ... mehr

hy|per|ki|ne|tisch  〈Adj.; Med.; Psych.〉 in der Art der Hyperkinese, die Hyperkinese betreffend, zu ihr gehörend

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige