Ernest Shackleton - schlicht der "Boss" - wissenschaft.de
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Ernest Shackleton – schlicht der "Boss"

Mit dem Wort „Boss“ drückten seine Männer ihr grenzenloses Vertrauen in Ernest Shackleton aus. Verdient hatte sich das der Polarforscher spätestens am 9. Januar 1909 , als er keine 180 Kilometer vom Südpol entfernt die Umkehr seiner Expeditions-Crew beschloss. Gemeinsam mit seinen drei Männern hätte er den südlichsten Punkt der Erde zwar als Erster erreichen können, aber die gesamte Mannschaft wäre wahrscheinlich auf dem Rückweg verhungert.

Gut fünf Jahre später, Anfang Dezember 1914, brach Ernest Shackleton mit 27 Männern und dem Schiff „Endurance“ von der Walfängerstation Grytviken in Süd-Georgien auf, um die Antarktis zu durchqueren. Schon imMonat darauf wurde die Endurance vom Packeis eingeschlossen und die Besatzung musste dort überwintern. Statt im antarktischen Frühjahr das Schiff wieder freizugeben, zerdrückte das Eis die Planken. Am 21. November 1915 sank die Endurance. Die Männer hatten drei Beiboote gerettet und ernährten sich von Robben- und Pinguinfleisch. Das Fett der Tiere befeuerte ihre Öfen. Mit dem Eis trieben sie nach Norden.

Am 9. April 1916 konnten sie endlich – weit nördlich der Spitze der antarktischen Halbinsel – die Boote zu Wasser lassen. Nach einer höllischen Fahrt erreichten sie sechs Tage später Elephant Island – fernab jeder menschlichen Siedlung. In dieser Situation bewährte sich das ungebrochene Vertrauen, das alle Expeditionsmitglieder in ihren Chef setzten: Zusammen mit fünf anderen Männern brach Shackleton in dem nur sechs Meter langen Beiboot „James Caird“ am 24. April zu einer 1300 Kilometer langen Seereise auf. Trotz lebensgefährlicher Stürme schafften die Sechs die Überfahrt und landeten am 10. Mai 1916 auf Süd-Georgien. Doch die Pein war noch nicht zu Ende: In einem 36-stündigen Gewaltmarsch über hohe vereiste Berge erreichten Drei der Sechs die norwegische Walfangstation Strom-ness, wo sie veranlassten, dass ihre drei Kameraden von der anderen Seite der Insel geholt und die übrigen 22 Männer aus ihrem Gefangenenlager befreit wurden. Mehrere Rettungsversuche schlugen fehl. Erst am 30. August konnten sie Elephant Island verlassen. Ernest Shackleton starb am 5. Januar 1922 im Alter von 47. An seinem Grab in Grytviken werden noch heute Toasts ausgesprochen – auf einen der größten Polarforscher aller Zeiten.

Dr. Roland Knauer

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