„Es erscheint mir offensichtlich, - wissenschaft.de
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„Es erscheint mir offensichtlich,

„Es erscheint mir offensichtlich, dass wir die grundlegenden Gesetze der Quantenmechanik noch nicht kennen. Die heute verwendeten Gesetze müssen alle noch wesentlich modifiziert werden, bevor wir zu einer relativistischen Theorie vorstoßen werden“, sagte der Physik-Nobelpreisträger Paul Dirac in einer Vorlesung hellsichtig schon 1974.

Eine allgemeinrelativistische Quantentheorie ist bis heute ein großes Ziel – sowohl heiß begehrt als auch heftig umstritten (bild der wissenschaft 4/2004, „Das Duell: Strings gegen Schleifen“). Viele prominente Wissenschaftler erhoffen sich mit einer solchen Theorie der Quantengravitation nicht nur die Lösung der Rätsel des Urknalls und der Schwarzen Löcher, sondern auch die Überwindung der Quanten-Paradoxien.

So könnte die Kopplung von Raumzeit und Materie dazu führen, dass die Raumzeit stets klassisch erscheint, überlegt beispielsweise der Physiker Erich Joos. Und Roger Penrose, Mathematiker an der Oxford University, glaubt, eine künftige Theorie der Quantengravitation werde einen objektiven, bewusstseinsunabhängigen Kollaps der Wellenfunktion erklären.

Vielleicht lässt sich die Quantentheorie auch auf ein tieferes Fundament stellen und wäre dann nur eine Art statistisches Oberflächen-Phänomen – Überlegungen, wie sie etwa Stephen Adler vom Institute for Advanced Study in Princeton und, auf andere Weise, der Nobelpreisträger Gerard ‚t Hooft von der Universität Utrecht verfolgen. Eine quantengravitative Basis könnte sogar als Hort verborgener Parameter fungieren, die die Quantentheorie dann gleichsam erst „aufbauen“ würden. Einen kühnen und eleganten Vorschlag in dieser Richtung haben Fotini Markopoulou und Lee Smolin vom kanadischen Perimeter- Institut Anfang des Jahres auf der Quantentheorie-Konferenz in Bielefeld vorgestellt. Danach ist nicht einmal die Raumzeit fundamental, sondern besteht aus einem geometrischen Gewebe (bild der wissenschaft 12/2003, „Jenseits von Raum und Zeit“). Dies könnte sogar die Nichtlokalität auf eine – extrem winzige – Lokalität zurückführen und vielleicht sogar den Quanten-Zufall ausschalten. Hier schießen freilich noch viele Spekulationen ins Kraut – doch wer weiß, auf welche tragfähigen quantengravitativen Wurzeln sie sich bald gründen werden. RV

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