Es gibt Hunderte Arten von Psychotherapie. - wissenschaft.de
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Es gibt Hunderte Arten von Psychotherapie.

Es gibt Hunderte Arten von Psychotherapie. Die wichtigsten lassen sich in vier große Gruppen einteilen:

Die Psychodynamische Therapie schließt die klassische Psychoanalyse und ihre kürzeren Varianten ein. Sie waren in Deutschland viele Jahrzehnte lang gleichbedeutend mit Psychotherapie. Psychoanalytiker suchen die Ursachen von psychischen Problemen in unbewussten Konflikten, deren Wurzeln häufig in der Kindheit liegen sollen. Freie Assoziation des Patienten soll helfen, ihnen auf die Spur zu kommen. Bei der so genannten Übertragung projiziert der Patient Gefühle auf den Analytiker, die eigentlich dem Vater gelten. Diese Wiederbelebung alter Probleme wird dann therapeutisch genutzt.

Die Verhaltenstherapie wird seit 1987 von den Krankenkassen bezahlt. Verhaltenstherapeuten beschäftigen sich weniger mit unbewussten Ursachen eines Problems, sondern ihnen geht es vor allem um die Lösung des akuten Problems. Dazu haben sie unterschiedliche Techniken entwickelt. Mit Depressiven suchen sie nach Beschäftigungen, die ihnen noch Freude machen. So trainieren sie mit ihnen, langsam wieder am Leben teilzunehmen. Mit Ex-Alkoholikern üben sie, in der Kneipe zu sitzen und Mineralwasser zu bestellen. Mit Höhenangst-Patienten steigen sie auf Aussichtsplattformen.

Die Gesprächspsychotherapie zählt zu den so genannten humanistischen Verfahren. Sie wurde Mitte des vorigen Jahrhunderts von dem amerikanischen Psychologen Carl Rogers entwickelt. Nach Rogers besitzt der Mensch die natürliche Tendenz, seine Möglichkeiten zu entwickeln. Probleme entstehen, wenn er daran gehindert wird. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, den Patienten bedingungslos so zu akzeptieren, wie er ist. So hilft er dem Patienten, sich selbst zu verwirklichen. Die Gesprächspsychotherapie wurde vorletztes Jahr vom Wissenschaftlichen Beirat anerkannt.

Die systemische Therapie stützt sich auf Erkenntnisse und Begriffe der Kybernetik. Ihre Vertreter glauben, dass menschliche Probleme nur mit Blick auf ein ganzes System verstanden werden können, meist die Familie. Deshalb wird sie häufig auch Familientherapie genannt. Die systemische Therapie verwendet spezielle Techniken – etwa die „paradoxe Intervention“: Die Familie soll ein problematisches Verhalten auf die Spitze treiben. Die systemische Therapie wird vom Wissenschaftlichen Beirat ausdrücklich nicht anerkannt.

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Therapeuten, die in einem anerkannten Verfahren ausgebildet sind, erhalten – für die limitierten Plätze – eine Approbation und können mit den Krankenkassen abrechnen. Sie sind im Telefonbuch unter „Ärzte“ zu finden. Fachgesellschaften und Ärztekammern stellen im Internet Datenbanken mit Adressen bereit (siehe Community-Kasten auf S. 59).

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fes|ti|vo  〈[–vo:] Mus.〉 feierlich, festlich (zu spielen); Sy festoso ... mehr

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