EVOLUTION 2009 - wissenschaft.de
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EVOLUTION 2009

Bitte informieren Sie mich über die Postanschrift von Herrn Charles Darwin, wenn möglich auch über seine E-Mail-Adresse, da ich ihm einen Brief schreiben möchte. Ich entnehme bild der wissenschaft, dass er keinesfalls verstorben, sondern noch am Leben ist. Da er am 12. Februar 1809 geboren ist, hat er, wie Sie mitteilen, von seinem 22. bis zu seinem 127. Lebensjahr als Naturforscher an der Reise des Vermessungsschiffes „Beagle“ teilgenommen. (Auf Seite 20 unten steht irrtümlich als Jahreszahl „1936″ statt „1836″ als Ende der Reise – pardon! Anm.d.Red.)

Da es sich dabei aber – wie Sie ebenfalls schreiben – nur um die erste Hälfte seines Lebens gehandelt hat, dauert die andere Hälfte seines Lebens noch an. Logischerweise muss er also noch am Leben sein. Ob er dementsprechend wirklich erst im Alter von 254 ableben wird … wie können Sie das jetzt schon wissen? Allerdings machen mir diese Überlegungen einige Hoffnung. Ich bin ja erst 84 Jahre alt. Vielleicht sind auch mir noch einige Lebensjahre vergönnt.

Günter König, Berlin

Ich vermisse in Ihrem Artikel (Titel-Teil „Wie Sex die Evolution antreibt“, Anm.d.Red.) folgende Erklärung für die Herausbildung des Pfauenschwanzes und ähnlicher extremer Geschlechtsmerkmale: Ein Pfauenweibchen, das ein Männchen mit besonders hübschen Federn wählt, hat nicht nur den Vorteil, dass es dann gesunde Kinder bekommt, weil die hübschen Federn des Vaters ein Zeichen für vererbbare Gesundheit sind. Vor allem werden die Söhne aufgrund ihrer schönen Federn, die sie vom Vater erben, viele Weibchen finden und darum viele Enkel zeugen.

Ein Weibchen, das sich für einen weniger ansehnlichen Pfau entscheidet, wird zwar möglicherweise auch viele gesunde Kinder bekommen. Die Söhne aber werden – da sie unansehnlich wie der Vater sein werden – ihr keine Enkel schenken. Dieses Weibchen wird also insgesamt weniger Nachfahren haben und darum gegenüber dem Ersten im Kampf der Evolution unterliegen.

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Hier haben wir es mit einer sogenannten positiven Rückkopplung zu tun: Beim Pfau hat eine kleine Ursache (der vermutete geringe Vorteil gesünderer Kinder, wenn das Weibchen ein hübscheres Männchen auswählt) zu einer Rückkopplung geführt (ein Weibchen sollte sich für das Männchen entscheiden, das auch alle anderen nehmen würden, damit ihre Söhne bei Weibchen gut ankommen), die bis an die Grenzen geht (noch länger darf der Pfauenschwanz nicht werden, sonst ist der Pfau nicht mehr lebensfähig).

Lothar Böhler, per E-Mail

Herr Reichholf schreibt in seinem Artikel (Titel-Teil „Wie Sex die Evolution antreibt“, Anm.d.Red.): „Wir wissen nun auch, dass Evolution eine Gegebenheit ist wie die Drehung der Erde um sich selbst und um die Sonne – und keine Theorie.“ Ich möchte energisch widersprechen! Der weit verbreiteten Ansicht, die Evolutionstheorie sei „nur“ eine Theorie, sollte man energisch entgegentreten.

In der Umgangssprache hat der Begriff „Theorie“ lediglich den Stellenwert einer bisher unbewiesenen, der Bestätigung harrenden Annahme. Erst diese Bestätigung erhebe sie in den Rang einer endgültig gesicherten „Tatsache“. Diese Ansicht ist aus wissenschaftlicher Sicht schlicht falsch. Eine Theorie ist weit höherrangig als eine Tatsache. Eine Theorie erklärt Tatsachen. Die Tatsache, dass ein Apfel vom Baum fällt, ist für sich genommen eine interessante, aber wenig aussagekräftige Beobachtung. Erst die Newton’sche Gravitationstheorie erklärt uns, warum der Apfel zu Boden fällt.

Die Evolutionstheorie ist ebenfalls eine – extrem gut untermauerte – Theorie, die die immense Artenvielfalt unseres Planeten plausibel erklärt. Eines sollte deutlich werden: Es gibt in der Wissenschaft niemals endgültig gesichertes Wissen, lediglich durch verschiedene unabhängige Beobachtungen gut unterstützte Theorien, die so lange gültig sind, bis sie erweitert oder durch eine bessere Theorie abgelöst werden.

Diplom-Biochemiker Sebastian Alers, per E-Mail

Herzlichen Dank für Ihren netten Artikel zu den energetischen Grundlagen der „Evolution“ und „Selektion“! In Ihrem Artikel lässt sich sehr schön der alte Traum der Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts (von Auguste Comte bis hin zu Darwin selber) nachvollziehen, letztlich „alles“ (Psychologie, Neurobiologie, Geschichte, Soziologie, Politik, Ökonomie …) auf physikalische Gesetze und Begriffe zurückführen zu können. Dann bräuchten wir auch keine Biologie mehr, sondern nur noch Physik.

Leider aber sind die modernen Physiker immer noch so „impotent“ , dass sie immer noch keine totalen „Potentiallandschaften“ beziehungsweise totalen Potentialfunktionen für die biologischen Systeme zur Verfügung haben, um letztere korrekt beschreiben und kartieren zu können.

Oliver Elbs, per E-Mail

EWIGE EVOLUTION

Heft 2/2009

In dem Artikel kommt eine Zahl vor, die im Dezimalsystem mit einer 1 gefolgt von 1076 Nullen notiert wird. Und es wird dort behauptet, das beobachtbare Universum sei viel zu klein, um diese Zahl auszuschreiben.

Setzt man, wie etwa beim Format von bild der wissenschaft, 8 Quadratmillimeter für eine Ziffer an und 0,05 Millimeter für die Dicke einer Seite, so lassen sich in einen Buchband von einem Kubikmeter Volumen 2,5 Milliarden Ziffern schreiben. Das beobachtbare Universum, als Kugel mit einem Radius von 13,5 Milliarden Lichtjahren gedacht, hat ein Volumen von etwas mehr als 1031 Kubiklichtjahren. Da ein Lichtjahr circa 9,5·1015 Meter umfasst, passen jedenfalls 8·1078 Buchbände von je einem Kubikmeter ins beobachtbare Universum, und in diese Bände könnte man insgesamt 2·1088 Ziffern schreiben.

Der Platz im Universum reicht mithin nicht nur für das Ausschreiben der eingangs genannten Zahl, sondern sogar für die dezimale Notation einer sehr viel größeren (mit zwei Billionen Mal so vielen Stellen). Dieser Befund gilt auch dann, wenn man die Ziffern wesentlich größer schreibt, die Buchseiten erheblich dicker macht und das Universum beträchtlich kleiner als oben annimmt.

Klaus Steffen, Haan

Der Leser hat recht. Und das beobachtbare Universum ist aufgrund der Expansion seit dem Urknall sogar noch größer – es hat einen Radius von rund 45 Milliarden Lichtjahren. Die Redaktion

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Wissenschaftslexikon

Chol|an|gi|om  auch:  Cho|lan|gi|om  〈[çol–] n. 11; Med.〉 Geschwulst im Bereich der Gallenwege ... mehr

c–Moll–Ton|lei|ter  〈[tse–] f. 21; Mus.〉 Tonleiter in c–Moll

Au|to|im|mun|krank|heit  〈f. 20; Med.〉 Krankheit, bei der das Immunsystem nicht mehr zw. körperfremden u. körpereigenen Strukturen unterscheiden kann u. diese angreift

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