Farbige Ringe sind Alarmzeichen - wissenschaft.de
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Farbige Ringe sind Alarmzeichen

Das Glaukom, der „Grüne Star“, ist die häufigste Ursache für Erblindung in den Industrieländern. Dabei kann man sich davor relativ gut schützen – wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird.

Frühestes Zeichen eines Glaukoms ist ein erhöhter Augeninnendruck. Der Augapfel ist mit einer klaren Flüssigkeit, dem Kammerwasser, gefüllt. Eine Art Abflußventil, der Kammerwinkel, reguliert im gesunden Auge den Druck. Ist der Abfluß verstopft oder wird zuviel Kammerwasser produziert, kann der Innendruck steigen. Das schädigt den Sehnerv: Das Sehfeld wird allmählich enger – bis zur völligen Blindheit. Dann reflektiert der Augenhintergrund das Licht der Untersuchungslampe grün, was der Krankheit den Namen gab.

Tückisch ist, daß der Patient anfangs nichts davon merkt. Ein erhöhter Augeninnendruck tut nicht weh und verursacht noch keine Sehstörungen. Auch später auftretende chronische Kopfschmerzen am Morgen, Augenschmerzen oder das Sehen farbiger Ringe rund um helle Lichtquellen werden nicht mit dem Grünen Star in Verbindung gebracht. Deshalb kommen Glaukom-Kranke oft erst zum Arzt, wenn die ersten Schäden am Sehnerv da sind. Sie lassen sich nicht mehr rückgängig machen.

Einen erhöhten Augeninnendruck kann der Augenarzt mit dem Applanationstonometer feststellen. Dazu wird ein kleiner Stift mit einem Druckmeßfühler auf den Augapfel gesetzt. Der Normalwert für den Augeninnendruck liegt bei 17 Millimeter Quecksilber auf dem Meßgerät, Werte über 20 gelten schon als erhöht.

Das Glaukomrisiko steigt mit dem Lebensalter: Jeder zehnte Mensch über 40 hat einen erhöhten Augeninnendruck. Folgerichtig raten deshalb Ärzte wie Krankenkassen zu regelmäßigen Kontrollen. Besonders gefährdet sind Diabetiker, Kurzsichtige und Menschen, in deren Familie es schon Glaukom-Kranke gegeben hat.

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Rechtzeitig erkannt, läßt sich die Krankheit mit Medikamenten verzögern, die den Abfluß des Kammerwassers fördern oder seine Produktion drosseln. Die Wirkstoffe werden in der Regel als Tabletten verabreicht. Je weiter das Glaukom fortgeschritten ist, um so höher müssen sie dosiert werden, damit sie das Auge in genügender Konzentration erreichen. Die Liste der unangenehmen Nebenwirkungen auf Herz, Leber, Psyche und Immunsystem umfaßt in einem Handbuch der Pharmakologie zwei volle Seiten. Schwangere und Stillende sollten überhaupt keine Tabletten zur Senkung des Augeninnendrucks nehmen.

Eine Alternative sind niedriger dosierte Augentropfen, die nur lokal wirken, aber auch nicht frei von Nebenwirkungen sind. Diese treten aber seltener auf und werden von den meisten Patienten aus Angst vor Erblindung in Kauf genommen.

Laser und Skalpell kommen entgegen einer weit verbreiteten Meinung beim Grünen Star nur selten und nur bei schweren Erkrankungen zum Einsatz. Dabei wird mit dem Messer – ob aus Stahl oder Licht – ein neuer Abflußkanal für das Kammerwasser geschnitten.

MEDINFO MEDIEN

Wolfgang Leydhecker Der Augen-Ratgeber Erkrankungen der Augen von A-Z Trias, Stuttgart 1996 DM 32,-

Matthias Sachsenweger Der Grüne und der Graue Star Ullstein, Frankfurt/M. 1994 DM 16,90

Glaukomchirurgie im Detail Konventionelle Eingriffe, Laserchirurgie, Kälteapplikation Enke, Stuttgart 1994 DM 72,-

Franz Grehn Die Glaukome Kohlhammer, Stuttgart 1993 DM 179,-

MEDINFO KONTAKT

Ausführliches Informationsmaterial über den Grünen Star versendet der Initiativkreis Glaukom-Früherkennung e.V. Postfach 1340 D-40638 Meerbusch Telefon 02132 – 767 80 Telefax 02132 – 773 17

Helmut L. Karcher

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